21.09.2009 | Redakteur: Johannes Büttner
Seat ist einer der Gewinner der Umweltprämie: Die spanische VW-Tochter konnte ihren Absatz in den ersten acht Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahr um gut 50 Prozent steigern. Seat-Deutschland-Geschäftsführer Rolf Dielenschneider ist optimistisch, dass die Zahlen im kommenden Jahr trotz Ende der Prämie nicht einbrechen.
Gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« räumte Dielenschneider am Rande der IAA ein, dass der rückläufige deutsche Automobilmarkt des Jahres 2010 auch Auswirkungen auf die spanische Marke habe. Aber mit den neuen Modellen Ibiza ST und Exeo ST sei Seat nun im Geschäft mit Großabnehmern hervorragend aufgestellt. „Damit werden wir den zu erwartenden Absatzrückgang im Einzelkundengeschäft wahrscheinlich ausgleichen können“, hofft Dielenschneider.
Für das kommende Jahr plane Seat Deutschland auf Basis des Volumens, das ursprünglich für 2009 geplant war – vor Einführung der Umweltprämie. Die staatliche Absatzhilfe habe der Marke viele neue Kunden gebracht. „Das Gelage konnten wir mitmachen, den Kater aber hoffentlich vermeiden“, zieht Dielenschneider als Seat-Bilanz für die Prämie.
Nun sei aber die Zeit vorbei, in der die Autos nur verteilt werden müssten. Jetzt sei wieder Verkaufen angesagt, die systematische Bearbeitung des Marktes stehe im Mittelpunkt. Seinen Handelspartnern will der Importeur dabei unter anderem durch eine attraktive Modellpalette helfen. Mit den aktuell überarbeiteten Fahrzeugen Leon, Altea, Altea XL Kombi und Exeo ST sieht Dielenschneider die Marke für die Zukunft gut gerüstet.
Als Messehighlight stellte der Importeur außerdem mit dem Cupra R den serienmäßig stärksten Seat aller Zeiten vor. Er soll als sportliche Speerspitze neue Kunden auf die Marke aufmerksam machen (IAA-Bilder).
Als wichtigen Beitrag zur guten Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Handel bezeichnet Dielenschneider außerdem das neue Gebrauchtwagenprogramm „Seat Selection“. Es unterstützt die Händler von der Gebrauchtwageneinsteuerung über eine dynamische Preisanpassung bis hin zur Standzeitenverkürzung. Erste Ergebnisse des Programms belegen laut Dielenschneider, dass die beteiligten Händler mit einem professionalisierten Gebrauchtwagenprogramm ihre betriebswirtschaftliche Situation deutlich verbessern können.
Entwicklungspotenzial sieht der Seat-Deutschland-Chef noch im Geschäft mit Dienstwagen. Das aktuelle Produktportfolio biete die Möglichkeit, hier anzugreifen – aber mit Bedacht: Dazu gehörten restwertschonende Fördermaßnahmen, Instrumente zur Marktbeobachtung, eine paritätisch besetzte Restwertkommission mit Handel, Marke und Bank sowie die Möglichkeit für die Händler, das Restwertrisiko teilweise oder ganz abzugeben.
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