02.03.2010 | Redakteur: Gerd Steiler

Der deutsche Automarkt bleibt wegen des negativen Umweltprämien-Effekts und des strengen Winters auch im Februar auf sehr schwachem Niveau. Wie das Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) am Dienstag in Flensburg mitteilte, kamen im abgelaufenen Monat exakt 194.846 fabrikneue Pkw und Kombi in den Verkehr. Dies entspricht einem Minus von 29,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres schrumpfte der Neuwagenmarkt damit um rund ein Fünftel (- 19,5 Prozent) auf 376.035 Neuzulassungen. Die Behörde bestätigte damit Angaben der Herstellerverbände VDIK und VDA vom Vormittag.
Fast ebenso schlecht lief das Gebrauchtwagengeschäft. Laut KBA wechselten in den beiden ersten Monaten dieses Jahres insgesamt 825.875 Autos ihren Besitzer, 18,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Februar fiel der Rückgang mit 23,0 Prozent auf 413.852 Pkw-Halterwechsel besonders deutlich aus.
KBA-Angaben zufolge war vor allem in der ersten Monatshälfte eine starke Kaufzurückhaltung spürbar. Erst zum Monatsende hin hätten sich die täglichen Zulassungsraten insbesondere durch gewerbliche Fahrzeughalter (Februar-Anteil: 60 Prozent) spürbar belebt. Dennoch liege dieser Teilmarkt weiterhin auf dem „niedrigen Niveau“ des Vorjahres, so der VDIK. Hier sei eine Zunahme erst mit einer stärker werdenden Konjunkturlage zu erwarten
Die prozentual deutlichsten Rückgänge gab es laut KBA in den Bundesländern Thüringen (- 43,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (- 41,2 Prozent). Am stärksten betroffen vom Nachfrageeinbruch im Monat Februar waren KBA-Angaben zufolge die beiden Fahrzeugsegmente Minis und Kleinwagen, die im Gesamtjahr 2009 noch überproportional zugelegt hatten. Dies bekam vor allem die Marke Smart mit einem Zulassungsminus von 40,6 Prozent deutlich zu spüren. Eine kleine Aufwärtsbewegung gab es lediglich im Segment der Oberen Mittelklasse (+ 3,3 Prozent).
| Hersteller | Differenz 2010/2009 in Prozent | Einheiten |
| Nissan/Infiniti | + 45,5 | 4.771 |
| BMW/Mini | + 6,9 | 15.630 |
| Volvo | - 6,7 | 1.700 |
| Mercedes | - 11,9 | 16.123 |
| Volkswagen | - 16,0 | 46.238 |
| Hyundai | - 53,4 | 5.587 |
| Kia | - 60,8 | 1.803 |
| Mazda | - 61,5 | 2.367 |
| Toyota/Lexus | - 66,0 | 4.639 |
| Suzuki | - 70,1 | 2.119 |
Die größten Einbußen im Vergleich zum Vorjahresmonat mussten Daihatsu (- 87,6 Prozent), Suzuki (- 70,1 Prozent) und die vom Rückruf-Debakel gebeutelte Marke Toyota/Lexus (- 66,0 Prozent) hinnehmen. In Reihen der deutschen Hersteller lag allein BMW/Mini leicht im Plus (+ 6,9 Prozent). Ansonsten gab es für die heimischen Fabrikate teils heftige Abschläge: Opel (- 32,4 Prozent), Ford (- 30,7 Prozent), Porsche (- 22,7 Prozent), Audi (- 19,1 Prozent), VW (- 16,0 Prozent), Mercedes (- 11,9 Prozent).
Lediglich vier Marken verbuchten im Februar steigende Zulassungszahlen. Mehr oder minder deutliche Zuwächse gab es für Nissan/infiniti (+ 45,5 Prozent), Land Rover (+ 23,2 Prozent) sowie die Schwestermarke Jaguar (+ 1,4 Prozent). Damit steuern alle drei Marken nach den geringen Zulassungen zum Beginn des letzten Jahres wieder auf Wachstumskurs.
„Im Februar 2010 fehlten die privaten Zulassungen, die im Vorjahresmonat im Rahmen der Umweltprämie noch für einen Boom gesorgt hatten“, interpretiert VDIK-Präsident Volker Lange das wenig erfreuliche Februar-Ergebnis des deutschen Automobilmarktes. Als weiteren wesentlichen Grund für den Nachfrageeinbruch im Februar sieht der VDIK-Chef den „außergewöhnlich langen und strengen Winter“, der viele Kunden dazu bewegt habe, den Kauf eines Neuwagens in die kommenden Monate zu verschieben.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 338577) | Fotos: Archiv
Kommentar zum Beitrag schreiben