Renault nimmt sechs Prozent ins Visier

Elektrofahrzeug-Offensive startet 2012 in Deutschland

11.03.2010 | Redakteur: Andreas Wehner

Renault will 2012 in Deutschland sechs Prozent Marktanteil erreichen. „Das haben wir in mehreren Etappen vor, ein Zwischenziel für 2010 sind 4,5 Prozent“, erklärte Kommunikationsvorstand Reinhard Zirpel im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. 2009 kam die französische Marke auf 3,8 Prozent.

Der Importeur hat im Rahmen seiner „Mission 6 Prozent“ verschiedene Handlungsfelder ermittelt, die mit konkreten Maßnahmen verbunden sind. „Eine Rolle wird die intensivere Bearbeitung von qualifizierten Leads spielen, um mehr Verkäufe zu generieren“, erläuterte Zirpel ein Beispiel. Auch habe Renault ein sehr starkes und leistungsfähiges Sekundärnetz, das künftig verstärkt in die Verkaufsaktivitäten eingebunden werden soll. Insgesamt will Renault 35 Projekte umsetzen, um den Marktanteil auf die angestrebten sechs Prozent zu steigern.

Bereits im nächsten Jahr startet Renault in Israel, Portugal und Dänemark mit Elektrofahrzeugen. Die Strategie sei „Elektromobilität für alle“, so Zirpel. Der Autobauer will mit seiner Modellpalette die Mobilitätsbedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen befriedigen. Zunächst wird es eine Kangoo-Nutzfahrzeug-Variante geben. Unmittelbar darauf folgen die Mittelklasselimousine Fluence und der zweisitzige Twizy. Etwas später bringt Renault mit dem Zoe eine fünfsitzige kompakte Limousine für den Stadtverkehr. 2012 sollen die ersten Elektrofahrzeuge nach Deutschland kommen.

Zehn Prozent Elektrofahrzeuge 2020

Renault erwartet, dass 2020 etwa zehn Prozent der neu zugelassenen Fahrzeuge Elektromobile sein werden - auch in Deutschland. „Da wir auf diesem Gebiet bereits sehr weit sind, wollen wir hier einen deutlich höheren Marktanteil erreichen als die sechs Prozent am Gesamtmarkt“, kündigte Zirpel an.

Zum Zeitpunkt der Einführung soll die Reichweite der Renault-Modelle bei etwa 160 Kilometern liegen. „Wenn Sie bedenken, dass die durchschnittliche Tagesfahrleistung eines Verbrauchers zwischen 60 und 80 Kilometern liegt, würde das völlig ausreichen“, sagte Zirpel.

Batterie wechseln statt aufladen

Der Autobauer will drei Möglichkeiten anbieten, die Fahrzeuge aufzuladen. So können die Kunden die normale Steckdose zuhause nutzen, wo es zwischen sechs und acht Stunden dauert, bis eine Batterie wieder voll ist. Zudem ist es die Schnellaufladung möglich, bei der sich die Zeit auf 30 Minuten reduziert.

Schließlich gibt es das so genannte Quickdrop-System, bei dem die Batterien innerhalb von drei Minuten vollständig gewechselt werden können. „Das setzt jedoch voraus, dass wir erst einmal die Infrastruktur schaffen“, erklärte Zirpel. Daran arbeitet Renault bereits in Israel zusammen mit dem Projekt Better Place. „In Europa sind wir noch in der Planung“, so Zirpel.

Bedeutung von Dacia wächst

Sehr erfolgreich hat sich der Renault-Ableger Dacia entwickelt. Die rumänische Marke verkaufte 2009 mit 85.000 Fahrzeugen etwa 230 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. In Genf hat Dacia den Duster vorgestellt, mit dem man nun auch unter den SUV-Fahrern neue Kunden gewinnen will. „Wir gehen davon aus, dass auch der Duster in erheblichen Stückzahlen zum Volumen beitragen wird“, sagte Zirpel.

Die wachsende Bedeutung der Marke spiegelt sich auch im Handel wider. Seit kurzem bietet Renault seinen Händlern an, auf freiwilliger Basis die Marke Dacia innerhalb des Renault-Autohauses stärker zu separieren oder sogar eigene Dacia-Autohäuser zu errichten. „Wir erleben im Moment, dass es Händler gibt, die zwischen 500 und 1000 Dacias im Jahr verkaufen. Da rechnet sich das“, begründet Zirpel das Vorgehen. Das Konzept, den Händlern möglichst wenig Investitionen abzuverlangen, soll jedoch beibehalten werden. Zirpel betonte, dass es Dacia auch in Zukunft nur innerhalb des Renault-Händlernetzes geben werde.


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