15.03.2010 | Redakteur: Julia Mauritz

Mit mehr Zuversicht als noch vor einem Jahr sind die 100 teilnehmenden Volvo-Partner in die Jahreshauptversammlung des Händlerverbands am Samstag gegangen. Die bessere Stimmung rührte zum einen von der Händlerrendite her, die 2009 von einer schwarzen Null auf knapp 0,70 Prozent gestiegen war. Zum anderen ist der Absatzrückgang im Februar deutlich geringer ausgefallen als im Januar.
In Summe ist die Absatzsituation dennoch alles andere als rosig. Vor allem der C30 und der V50 liegen deutlich hinter den Erwartungen zurück. 2009 wurden hierzulande gerade einmal 26.000 Volvo-Neufahrzeuge vermarktet. „Die Marke reduziert sich immer mehr“, brachte Händlerverbandspräsident Heinz Preiß die schwierige Lage auf den Punkt.
Und im derzeitigen Verkaufserfolg des Kompakt-SUV XC 60 liegt bereits das nächste Problem: Auf das Modell entfallen zeitweilig bis zu 50 Prozent aller Volvo-Neuzulassungen. Die Folge: Das Kontingent des Modelljahrs 2010 ist komplett ausverkauft.
Bernhard Bauer, der seit rund einem Monat die Geschicke von Volvo Car Germany (VCG) leitet, stimmte die Teilnehmer daher auf einen radikalen Kurswechsel ein: „Unsere Marke krankt und ich bin wild entschlossen, die Dinge zu verändern.“ Die einzige Möglichkeit den Hebel wieder umzuschalten sei ein höheres Verkaufsvolumen, so Bauer. Im laufenden Jahr will VCG mindestens 30.000 Neuwagen verkaufen und einen Marktanteil von einem Prozent erreichen.
Um dieses Ziel zu erreichen, reichten reine Produktmaßnahmen wie die Einführung einer günstigeren Einstiegsvariante des C30 nicht aus. „Wir müssen auch über Zielgruppenmaßnahmen nachdenken und den Fokus stärker auf das Tagesgeschäft legen statt auf strategische Maßnahmen“, verdeutlichte Bauer. Vor allem sei es wichtig, schnell zu Lösungen zu kommen. Wie diese im Detail aussehen sollen, verriet er allerdings nicht.
Heinz Preiß appellierte an den VCG-Chef sowie den Vertriebsleiter Dirk Bott, den Händlern mehr Planungssicherheit als bisher bei den Vertriebsprogrammen zu bieten. Es dürfe nicht sein, dass eine Vertriebsmaßnahme mitten im Quartal ins Stocken gerate. Die beiden VCG-Manager versicherten, dass sie derzeit an sechsmonatigen Vertriebsprogrammen arbeiten, um den Händlern diesbezüglich entgegenzukommen. „Wir arbeiten nicht gegen unsere Händler sondern mit ihnen“, unterstrich Bauer.
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