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Volvo setzt auf radikalen Kurswechsel

Händlerverband sorgt sich um die Zukunft der Marke

15.03.2010 | Redakteur: Julia Mauritz

Zugleich appellierte der VCG-Geschäftsführer an die Anwesenden, das neue Volvo-Planungstool für Neuwagen namens Adapt zu nutzen. Es ist bereits in verschiedenen europäischen Ländern im Einsatz und soll im ersten Halbjahr auch in Deutschland eingeführt werden.

„Mit Adapt wollen wir die Produktion europaweit besser steuern, zum Nutzen des Herstellers und des Handels“, so Bauer. Mithilfe von Adapt lasse sich verhindern, dass Neuwagen in den freien Handel abfließen. Den Bedenken des Händlerverbands, das Programm könne zu einem Bestellsystem „ausarten“ und die Lager der Vertriebspartner füllen, trat der VCG-Manager entschieden entgegen.

GW-Programm soll Restwerte stabilisieren

Auch die Befürchtungen des Händlerverbands, Volvo werde sein neues europaweites Gebrauchtwagenprogramm Selekt an Vergütungen koppeln, seien unbegründet. Ziel des Programms sei, durch ein einheitliches Erscheinungsbild auf den Händlerhöfen den gebrauchten Volvo als Marke zu etablieren und das Gebrauchtwagengeschäft sowie die Restwerte zu stabilisieren, erläuterte Bauer. „Wir möchten die jungen Volvo-Gebrauchtwagen exklusiv über den Volvo-Handel abwickeln.“

Weitere Themen, die dem Händlerverband derzeit unter den Nägeln brennen, sind die deutlich zu hohen Zielvorgaben im Ersatzteilgeschäft und der Dauerbrenner Restwertabsicherung. Die ebenfalls angereisten Vertreter der Volvo-Bank stellten den Händlern mehr Entscheidungsfreiraum bei der Anpassung der Restwerte in Aussicht.

Mehr Chancen als Risiken durch Geely-Übernahme

Hinsichtlich der geplanten Übernahme von Volvo durch Geely, die bis Ende März abgeschlossen sein soll, gab sich Bernhard Bauer optimistisch: „Ich sehe mehr Chancen als Risiken. Schließlich handelt es sich um einen finanzkräftigen Investor.“

Zur Markenpositionierung sagte der VCG-Geschäftsführer, dass Volvo an seiner Premiumstrategie festhalten werde. Im XC-Bereich klappe das bereits hervorragend, bei den Limousinen hingegen sei Volvo noch lange nicht am Ziel angekommen.

Keinesfalls jedoch werde man sich von den Limousinen verabschieden: „Es wird einen Nachfolger des S 80 geben“ , bekräftigte Bauer. Und mit dem neuen S 60, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommt, könnten die Händler mit einem Verkaufsschlager ähnlich dem XC 60 rechnen. „Ein gutes Zeichen ist schon einmal, dass Daimler-Chef Zetsche auf dem Genfer Automobilsalon Volvo-Chef Steven Odell persönlich zu dem Auto gratuliert“, bemerkte der VCG-Chef.

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