15.03.2010 | Autor: Jens Rehberg

Redaktion: Eine ähnlich umfangreiche Modelloffensive, wie sie Chevrolet jetzt plant, hatte Ihr Vorvorgänger vor drei Jahren schon einmal für 2009 angekündigt. Wird’s denn dieses Mal wirklich klappen?
Markus Leithe: Da wird nichts mehr passieren. Für alles, was weiter als zwei Jahre weg ist, mag es Spielraum geben, da kann man Projekte noch hinauszögern. Aber die Investitionen für die jetzt angekündigten Modelle sind getätigt, die Zeitpläne stehen. Da ist der Hersteller natürlich auch hinterher, dieses Geld wieder rein zu holen und will schnellstmöglich auf den Markt kommen.
Können Sie schon eine grobe Zeitlinie für die kommenden Einführungen nennen?
Das Captiva-Facelift und der Orlando kommen im ersten Quartal 2011. Wir erwarten den Camaro sowohl als Coupé als auch als Cabrio im zweiten Quartal. Der Aveo wird im zweiten Halbjahr 2011 kommen. Der Volt wird dann um den Jahreswechsel 2011/2012 herum eingeführt.
Wenn die Kunden sehen, dass das E-Fahrzeug Volt/Ampera beliebig zwischen den Marken ausgetauscht wird, ist der Image-Gewinn doch teilweise gleich wieder dahin.
Nein, ich denke der Image-Effekt soll auch dem GM-Konzern insgesamt zugute kommen. In Europa sitzen nun mal diese beiden Marken, die dann gemeinsam zeigen, wie weit GM bei diesem Thema vorne ist, und dass der Konzern nicht nur groß und mächtig kann, sondern auch innovativ und umweltfreundlich.
Wird das Teilen einer Plattform, das ja wahrscheinlich künftig öfter vorkommen wird, nicht doch Kannibalisierungseffekte mit sich bringen?
Ich sehe diese Problematik nicht. Schon allein der Größenunterschied in Bezug auf die Marktanteile schließt das aus.
Wie gut funktioniert derzeit die Kommunikation mit den beiden Händlerverbänden?
Von meiner Seite aus gut. Mir wäre es natürlich lieber, nur einen Gesprächspartner zu haben, aber das müssen die Händler natürlich selber entscheiden. Der eine Verband hat ein ungleich größeres Gewicht als der andere, aber das heißt nicht, dass ich nicht auch mit dem kleineren kommuniziere. Eine verstärkte Kooperation zwischen beiden würde ich allerdings begrüßen.
Stehen Sie dazu, das Netz in der Fläche aufrechterhalten zu wollen oder tendieren Sie mehr zu den „großen“ Partnern?
Eine Marke wie Chevrolet muss einen guten Mix im Portfolio haben, also die Kleinen und die Großen sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Wichtig ist für mich, ob ein Händler wirklich will. Wenn er mit uns an einem Strang zieht, ist mir völlig egal, ob er groß ist oder klein.
Warum räumen Sie dann den kleinen Partnern nicht dieselben Vermarktungskonditionen ein wie den großen?
Grundsätzlich ist das doch so. Es kann natürlich mal sein, dass es bei der Abnahme eines größeren Kontingents einen minimalen Mengenrabatt gibt, aber das gibt’s bei jeder anderen Marke auch.
Warum wird das dann so wahrgenommen?
Es gibt immer mal wieder unprofessionelle Händler, die bei einem Wagen die komplette Marge abgeben und das Auto zu Katastrophenpreisen im Netz anbieten. Hier brauchen wir sicherlich mehr Disziplin. Eine Händlermarge sollte auch wirklich eine Händlermarge sein.
Was tun Sie denn dagegen?
Wir gehen auf die Partner zu und versuchen, entsprechend auf sie einzuwirken. Deswegen gibt es diese Fälle heute und auch schon unter meinem Vorgänger nicht mehr so häufig wie früher. Wir wollen das nicht mehr.
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