Toyota-Rückruf: Bis zu 10.000 Umbauten täglich

Gut 60.000 Fahrzeuge waren schon in der Werkstatt

18.03.2010 | Redakteur: Julia Mauritz

Toyota Deutschland ist mit dem Verlauf der Rückrufaktion zufrieden. Fast ein Drittel der rund 215.800 betroffenen Autos ist schon in der Werkstatt gewesen. „Wir haben in den vergangenen Wochen viel Medienschelte einstecken müssen. Man hat uns vorgeworfen, wir hätten zu unsensibel und zu langsam reagiert“, bemerkte Jürgen Stolze, General Manager für Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei Toyota Deutschland.

Die Durchführung der Gaspedal-Rückrufaktion selbst läuft hingegen scheinbar reibungslos, wie der straffe Zeitplan belegt. Am 1. Februar war die Produktion des benötigten Distanzhalters gestartet, am 5. Februar hatte der Importeur die Händler über die Einbaudetails informiert und mit den Technikertrainings begonnen und am 10. Februar wurde das erste Fahrzeug modifiziert. „Stand 15. März sind schon rund 60.000 Fahrzeuge bei unseren Vertragshändlern gewesen, um die nötigen Modifikationen durchführen zu lassen“, bestätigte Stolze gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«.

Ersatzteilversorgung klappt reibungslos

Sowohl die Händler als auch die Kunden seien mit der Abwicklung der Rückrufaktion, die nicht sicherheitsrelevant sei, wie Stolze betont, zufrieden. „Wir haben schon 800 Fahrzeuge modifiziert und befinden uns in puncto Gaspedal-Rückruf auf der Zielgerade“, bestätigt Michael Thiede, Geschäftsführer des Autohauses Chemnitz, „Toyota hat wie gewohnt sehr professionell agiert und uns sehr präzise Informationen zur Verfügung gestellt. Die Ersatzteilversorgung klappt reibungslos, unsere Kunden sind relaxt und wir hatten kein einziges auffälliges Gaspedal.“

Prius-Rückruf fast abgeschlossen

Anfangs hätten noch täglich bis zu 2.800 Kunden bei der von Toyota eigens eingerichteten Hotline angerufen, mittlerweile tendiere die Nachfrage gegen Null. Das liegt sicher auch daran, dass ein Großteil der Händler ihre Kunden schon vor der offiziellen Benachrichtung durch das Kraftfahrtbundesamt informiert hatte.

So gut wie abgeschlossen ist nach Angaben von Jürgen Stolze der Prius-Rückruf. „Von den 4.000 betroffenen Fahrzeugen waren schon fast 3.000 in der Werkstatt und haben dort ein Software-Update durchführen lassen.“ Während der Einbau des Distanzhalters rund eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nimmt, sei das Software-Update in ein paar Minuten erledigt.

Globale Qualitäts-Taskforce

Summa summarum beziffert Stolze die Kosten, die Toyota Deutschland durch die beiden Rückrufaktionen entstanden sind, auf rund 13 Millionen Euro. Fast die Hälfte davon gehen auf das Konto von Marketingaktionen. Eine globale Qualitäts-Taskforce, die der japanische Hersteller nach dem Rückrufdekabel gebildet hat, soll jetzt dafür sorgen, dass Toyota wieder ein Musterschüler in Sachen Qualität wird.

Weitere Informationen über die Sicherheitsprobleme finden sie hier.


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