31.03.2010 | Redakteur: Jens Rehberg

Das Würzburger Ford-Autohaus Saalmüller ist in finanzielle Schieflage geraten. Weil die Gehälter nur noch teilweise ausgezahlt werden, hat die IG Metall Strafanzeige wegen Insolvenzverschleppung gegen Inhaber Jörg Saalmüller gestellt. Nach Angaben der Gewerkschaft hätten die 50 Angestellten des Autohandelsbetriebs in den letzten Monaten lediglich 35 Prozent des Januar-Gehalts erhalten. Bereits 2009 sei es zu erheblichen Zahlungsverzögerungen gekommen. Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld sei nicht mehr geleistet worden. Beschäftigte und Gewerkschaft sehen die Fortführung des Unternehmens nur noch durch ein geordnetes Insolvenzverfahren sicher gestellt. So würden die Lohnausfälle zumindest teilweise durch Insolvenzgeld aufgefangen.
Jörg Saalmüller zeigte sich im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« verärgert über den Vorstoß der Gewerkschaft. Die Anzeige und das damit verbundene Presseecho würde die Verhandlungen mit der Stuttgarter Schwagengarage über eine mögliche Übernahme behindern.
Saalmüller räumte ein, das Unternehmen sei Gehaltszahlungen zuletzt nur „schleppend nachgekommen“ und dass die Löhne auch nicht in voller Höhe ausgezahlt werden könnten. Urlaubs- und Weihnachtsgelder seien allerdings bereits seit 2006 „mit Zustimmung der IG Metall“ nicht mehr gezahlt worden. Als Grund führte der Autohändler an, die problematische Gesamtsituation in der Branche habe das Unternehmen „seit Jahren gebeutelt“. Ab 2006 hatte sich das Autohaus nach und nach von seinem Filialnetz getrennt. Davon ist mittlerweile nur noch ein Ersatzteillager in Schweinfurt übrig.
Der Vorstandsvorsitzende der Schwagengarage AG, Volker Dannath, wollte auf Anfrage dieses Online-Dienstes den Kontakt zu Saalmüller derzeit nicht weiter kommentieren.
Der IG-Metall-Bevollmächtigte in Würzburg, Walter Mann, sagte gegenüber »kfz-betrieb«, man habe mit der Strafanzeige die derzeitige Entwicklung beschleunigen wollen. „An eine Übernahme ohne Insolvenzverfahren glauben wir nicht mehr, da wegen der ausstehenden Löhne und Sonderzahlungen aus 2009 mittlerweile Rückstände in Höhe von rund 700.000 Euro aufgelaufen sind“, so der Gewerkschafter. Seit Februar 2009 sei die Belegschaft immer wieder vertröstet worden. Verschiedene Übernahmeverhandlungen seien im Sand verlaufen. „Es muss jetzt einfach etwas passieren“, sagt Mann. Dabei sei die Belegschaft durchaus zu Zugeständnissen bereit.
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