Autohaus Lars Thormann: Stendaler Vertriebssymphonie

Skoda-Händler beherrscht die Klaviatur des Neu- und Gebrauchtwagenverkaufes

19.05.2010 | Autor: Wolfgang Michel

Aus den 5.000 Euro Startkapital und den zwei Mitarbeitern im Jahr 1991 sind heute allein am Stendaler Standort 15 Millionen Euro Umsatz und 31 Mitarbeiter geworden.

Lars Thormann ist kein Mann der lauten Worte. Der Geschäftsführer des gleichnamigen Skoda-Autohauses in Stendal spielt die Tasten im automobilen Vertrieb nach eigenen Worten viel lieber leise, dafür aber kreativ.

In die Selbstständigkeit startete der heute 44-jährige gelernte Kfz-Schlosser Mitte der achtziger Jahre im Einmann-Karosseriebetrieb seines Vaters. Nach dessen Tod im Jahr 1991 war er mit 26 Jahren plötzlich auf sich allein gestellt. Mit einer Hypothek auf das Elternhaus und 5.000 Euro Eigenkapital ist er noch im selben Jahr in den Automobilhandel eingestiegen. Bereits ein Jahr später wurde Thormann Skoda-Vertragshändler. Der Marktanteil von Skoda in Stendal liegt immer zwischen zwölf und vierzehn Prozent.

Chef und Mannschaft sozial stark vernetzt

2003 lernte Thormann seinen heutigen Geschäftspartner Frank Motejat kennen. Seitdem entwickeln sie gemeinsam die Unternehmensgruppe stetig weiter. Als Erfolgsmotto bezeichnet Thormann die Kombination aus „Herzlichkeit und Sachverstand“. Dass dies gelingt, zeigt die hohe Quote bei der Kundenzufriedenheit. Sie liegt seit Jahren bei 95 Prozent, die Beschwerden tendieren gegen null. Dazu trägt zum einen der hoch motivierte Mitarbeiterstamm bei und zum anderen die schlanke Unternehmensstruktur.

„Dadurch können wir relativ schnell entscheiden und auf bestimmte äußere Einwirkung rasch reagieren. Wir haben seit vielen Jahren geordnete und konstante Arbeitsabläufe, sind sehr kreativ und experimentierfreudig und zudem sozial stark vernetzt“, fasst Thormann sein Erfolgsrezept zusammen. Nicht nur seine Mitarbeiter sind in vielen Vereinen integriert, auch er selbst ist seit Jahren im Stadtrat und stellvertretender Vorsitzender im Sportverein. „Wenn ich am Wochenende zum Sportplatz rausfahre, sehe ich 50 Prozent Marktanteil auf dem Parkplatz stehen“, sagt Thormann schmunzelnd.

Bodenständigkeit bezeichnet der Chef ebenfalls als Erfolgsgaranten. „Ich kann mich noch an die Skoda-Favorit-Zeiten erinnern. Wir sind zu den Händlertagungen trotzdem mit diesem einfachen Auto gefahren. Andere Händlerkollegen kamen mit dem Benz oder Audi“, blickt Thormann zurück. „Nur wenn man eine Marke verinnerlicht, dann steht man komplett hinter ihr. Das Geschäft funktioniert nur, wenn wir grünes Blut in den Adern haben.“

Nach dem Umweltprämienrausch ist es für Lars Thormann jetzt das Allerwichtigste, die Kunden möglichst lange an das Autohaus zu binden. Schließlich handelt es sich bei fast 85 Prozent der Umweltprämienkunden um Neukunden. Ebenso viele fuhren davor keinen Skoda. „Ich weiß gar nicht, wo all die von uns in den Neunzigern verkauften Favorit hin verschwunden sind“, sagt Thormann ein wenig wehmütig. „Aber egal, jetzt gilt es, die ursprünglichen Gebrauchtwagenfahrer an die Dienstleistungen unseres Autohauses zu binden.“

Kundenbindung hat jetzt oberste Priorität

Diesbezüglich helfen die Finanzdienstleistungen, die sich sehr gut verkaufen. 65 Prozent aller Neuwagenkunden und 79 Prozent aller Gebrauchtwagenkunden haben ihr Fahrzeug 2009 finanziert. Den meisten Kunden verkauft das Autohaus zudem noch eine Neuwagenanschlussgarantie. Und bereits seit Jahren erhält jeder Kunde passend zum Alter seines Fahrzeugs viermal im Jahr ein Anschreiben mit verschiedenen Serviceangeboten aus der eigenen Marketingabteilung des Unternehmens.

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