Handel zieht Halbjahresbilanz

Autohäuser bauen auf Servicegeschäft und Gebrauchtwagen

01.07.2010 | Autor: Wolfgang Michel

Noch kein Grund zur Sorge

Nicht ganz so schwungvoll geht Thomas Koch, Vorstandsvorsitzender der Koch Gruppe Automobile in Berlin, ins zweite Halbjahr. Er rechnet eher damit, dass das Geschäft in allen Bereichen gleich bleiben wird – was jedoch bei genauerer Betrachtung nicht schlecht ist. So bewege sich der Neuwagenverkauf exakt auf dem niedrigen Niveau, das die Autohausgruppe geplant habe. Das zweite Quartal habe dem Unternehmen sogar leicht höhere Verkaufszahlen beschert. Allerdings sei auch in Berlin das Niveau der Rabatte unverändert hoch.

Stabil laufe das Gebrauchtwagengeschäft – und zwar auf einem guten Level. „Die Erträge steigen“, stellt Koch erfreut fest. Sehr zufrieden ist der Autohauschef mit dem Servicegeschäft. Und auch das Nutzfahrzeuggeschäft mache Freude: Die Aufträge nähmen leicht zu. Bleiben die Geschäfte also wie von Thomas Koch erwartet im zweiten Halbjahr gleich, gibt es keinen Grund zur Sorge.

Gute Aussichten für die trübe Herbstzeit

Insgesamt zufrieden mit dem Verkauf im ersten Halbjahr ist Jochen Fenz vom Autohaus Zschernitz in Karlsruhe. Allerdings unterscheidet er zwischen seinen beiden Marken Opel und Renault. So habe das Autohaus 15 Prozent weniger Opel verkauft als 2008 – dies sei jedoch in Anbetracht der Marktanteilsentwicklung des Herstellers relativ zufriedenstellend.

Zudem habe man diesen Rückgang mit der neu hinzugenommenen Marke Renault ausgleichen können und verzeichne im ersten Halbjahr 2010 nun 22 Prozent mehr Auftragseingänge als im Vergleichszeitraum 2008. „Somit sind wir mit der Entwicklung unserer Verkäufe insgesamt zufrieden, jedoch bedauern wir den Auftragsrückgang bei Opel“, fasst Controller Fenz die Situation zusammen. Die Nachlässe seien immerhin konstant geblieben und bereiteten dem Autohaus keine allzu große Sorgen.

Konstant sei auch das Gebrauchtwagengeschäft – will heißen: „Die Erträge sind nach wie vor sehr niedrig.“ Das Servicegeschäft entlockt dem Geschäftsführer ein Lächeln: „Mit dem Servicegeschäft sind wir zufrieden. Wir konnten die Beschäftigung gegenüber 2009 um 16 Prozent steigern. Dass wir die Marke Renault hinzugenommen haben, spielt dabei keine Rolle.“

Das Nutzfahrzeuggeschäft präsentiere sich ähnlich zweigeteilt wie das Pkw-Geschäft: Das Autohaus habe acht Prozent weniger Opel im Vergleich zu 2009 verkauft. „Diesen Rückgang konnten wir durch Verkäufe von Renault-Fahrzeugen ausgleichen“, ist Fenz erleichtert. Und der Service laufe im Nutzfahrzeuggeschäft immerhin konstant. Das zweite Halbjahr schätzt Jochen Fenz ähnlich ein wie das erste: „Das dritte Quartal wird schwach beginnen und dann anziehen; das vierte Quartal wird sich um den November herum konzentrieren.“ Also gute Aussichten für die trübe Herbstzeit.


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