27.07.2010 | Autor: Joachim von Maltzan
Die Automobilindustrie könnte ihre Produktionskosten um jährlich bis zu 167 Millionen Euro reduzieren und dabei noch Prozesse beschleunigen. Das stellt eine aktuelle Studie von Prof. Dr. Stefan Reindl vom Institut für Automobilwirtschaft (IFA) fest. Außerdem sieht sie weitere Einsparmöglichkeiten im Nutzfahrzeugbereich, im Gebrauchtwagengeschäft sowie in den Exportmärkten.
Die Branche steht ständig unter Druck und muss ihre Produkte und dabei gleichzeitig auch ihre Kostenstruktur und -höhe regelmäßig verbessern. Die Studie zeigt vor diesem Hintergrund Schwachstellen, aber auch distributionsgerichtete Ansätze zur Kosten- und Zeitreduktion entlang der gesamten Prozesskette auf – von der Fahrzeugbestellung bis zur Auslieferung an Privat-, Firmen- und Flottenkunden.
Optimierung der Kosten im Automobilvertrieb
Die Analysen hätten ergeben, dass sich die Bestell-, Transport- und Auslieferungsprozesse durch eine geeignete Infrastruktur für jedes verkaufte Auto um bis zu 19 Tage verkürzen lassen. „Je ausgeliefertem Fahrzeug ergeben sich dabei in Abhängigkeit von der Kundengruppe relevante Einsparpotenziale bei Kapital- und Personalkosten zwischen 32 und knapp 42 Euro, stellt Reindl fest. Die Wissenschaftler ermittelten für den Pkw-Gesamtmarkt Potenziale zur Kostensenkung von bis zu 167,2 Millionen Euro jährlich in der Automobildistribution.
Weitergehende Effekte und Anschlussfähigkeit
Zwar würden eine optimierte Infrastruktur und der damit verbundene Einsatz von geeigneten Dienstleistern ebenfalls Kosten verursachen. Die ermittelten Kostensenkungspotenziale, die lediglich auf den jährlichen Absatzmarkt für neue Pkw und Kombi in Deutschland bezogen sind, dürften diese Effekte aber bei weitem überkompensieren. Bislang nicht erforscht – und deswegen nicht einberechnet – sind weitergehende Einsparpotenziale, beispielsweise aus der Nutzfahrzeugvermarktung, dem Gebrauchtwagengeschäft und Re-Marketing des Flottengbereichs. Hier dürften sich zusätzliche Zeit- und Kosteneffekte ergeben, die maßgeblich zur nachhaltigen Entlastung der Akteure in der Automobildistribution beitragen würden.
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