23.10.2009 | Redakteur: Silvia Lulei
Wie lautet Ihr persönliches Fazit des diesjährigen Unternehmerinnenkongresses?
Marion Johl: Es war wieder ein gelungener Kongress mit über einhundert Teilnehmerinnen. Besonders sind mir die vielen neuen Gesichter aufgefallen. Die Damen waren sehr aktiv, engagiert und betreiben vor allem gutes Networking.
Ingo Fischer: Das ist auch mein Eindruck. Neben Unternehmerinnen, die schon seit Jahren im Geschäft sind, habe ich dieses Jahr viele neue, motivierte Teilnehmerinnen getroffen und tolles Feedback bekommen. Sie bestätigten, dass der Kongress ihnen konkret anwendbares Wissen vermittelt und die Möglichkeit bietet, ein hilfreiches Netzwerk aufzubauen.
Coachen, emotional verkaufen, Krisenmarketing – die Auswahl der Workshopthemen weist darauf hin, dass von den Führungskräften im Autohaus besondere Fähigkeiten verlangt werden. Wie würden Sie die heutigen Anforderungen beschreiben?
Fischer: Die Themen der Workshops zeigen, dass von Autohausmanagern vor allem sogenannte Softskills gefordert werden. Im Rahmen der Mitarbeiterführung muss die Führungskraft die Entwicklung des Personals fördern und auf individuelle Ziele und Wünsche eingehen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten verlangt die Beobachtung des Marktumfelds ebenfalls eine hohe Aufmerksamkeit. Hier stehen die Bedürfnisse der Kunden im Vordergrund. Zudem müssen die Manager oft durchgreifende Maßnahmen veranlassen, um das Autohaus für die Zukunft wettbewerbsfähig zu gestalten.
Johl: Die Anforderungen an Autohausmanager sind sehr vielfältig. Kreativität und unternehmerische Flexibilität sind das A und O. Ein der wirtschaftlichen Situation angepasstes Kostenmanagement und die entsprechende Personalführung stehen mehr denn je im Vordergrund. Der Weg zum Erfolg führt über den Umbau des klassischen Autohauses hin zum Mobilitätsdienstleister.

Haben Frauen dabei Vorteile?
Johl: Frauen kommunizieren anders als Männer. Sie nehmen überall Kontakt auf, sie knüpfen überall Verbindungen. Ich würde sagen: Frauen gehen zuweilen zielstrebiger vor.
Fischer: Egal, ob Mitarbeiterentwicklung, Kundenwünsche oder Krisenmanagement – neben Durchsetzungsvermögen und Mut zu Veränderungen brauchen Unternehmer auch ein besonderes Einfühlungsvermögen. Bei schwierigen Entscheidungen ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen und Verständnis zu zeigen. Bei der Kommunikation ist somit nicht nur das „Was“, sondern auch das „Wie“ entscheidend. Denn schließlich sollen auch in schwierigen Zeiten die Mitarbeiter motiviert bleiben. Ich denke, hier sind Frauen den Männern etwas voraus.
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