VW: „Den Partnern entgeht kein Geschäft“

Vertriebsleiter Werner Eichhorn im Gespräch mit »kfz-betrieb«

29.03.12 | Autor: Wolfgang Michel und Jens Rehberg

Werner Eichhorn: „Die Entlastung des Service-Personals in Bezug auf Administration und Systeme ist ein wichtiges Thema.“
Werner Eichhorn: „Die Entlastung des Service-Personals in Bezug auf Administration und Systeme ist ein wichtiges Thema.“ (Foto: Rehberg)

Redaktion: Herr Eichhorn, Sie konnten 2011 Neuwagenverkäufe und Marktanteil weiter steigern. Was planen Sie für 2012?

Werner Eichhorn: Erst einmal freuen wir uns, dass wir im letzten Jahr den Marktanteil auf 21,6 Prozent Marktanteil steigern konnten, das war das beste Ergebnis seit 1988. Mit den ersten Monaten dieses Jahres sind wir ebenfalls zufrieden, wir liegen jetzt kumulativ bei einem Marktanteil von 23 Prozent, also auf Höhe des Februars 2012. Und wir versuchen, das Niveau zu stabilisieren.

Welche Produkte sollen 2012 den Absatz bringen? Der neue Golf kommt ja erst im Spätherbst…

Der Golf 7 ist natürlich für uns in diesem Jahr das absolute Highlight und mit Abstand das größte Produktereignis. Darüber hinaus haben wir noch viele Neuheiten aus dem letzten Jahr, die jetzt erst richtig wirken. Das Golf Cabrio zum Beispiel hat jetzt die erste Frühlingssaison. Darüber hinaus gab es das Tiguan-Facelift. Und Ende letzten Jahres kamen Up und Beetle. Zudem haben wir jetzt den Passat Alltrack gelauncht sowie den Volkswagen CC. Produktseitig haben wir also vom A00-Segment bis zum CC in jeder Klasse etwas Neues zu präsentieren.

Der Golf 7 kommt im November?

Die Weltpremiere ist für die Messe in Paris geplant, danach folgen Händlerpräsentationen und Markteinführung. Also auf jeden Fall im vierten Quartal.

Wie sehen die Abverkaufs-Optionen für das aktuelle Golfmodell aus? Nicht jeder wartet auf den Neuen…

Wir haben mit den „Match“-Sondermodellen ein attraktives Angebot im Markt, das wir bis ins dritte Quartal anbieten werden. Dadurch haben wir einen nahtlosen Übergang zum neuen Modell.

Wie ist das Golf-Cabrio bisher gelaufen und was erwarten Sie für 2012?

Das Fahrzeug ist sehr gut im Markt angekommen, wir haben eine ausgesprochen positive Medienresonanz. Erfahrungsgemäß fallen die Cabrio-Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte geringer aus als im ersten Halbjahr, aber jetzt, wo die ersten Sonnenstrahlen kommen, sind wir sehr optimistisch. Das Golf Cabrio war mit Abstand der Marktführer im Januar gewesen und auch die Auftragseingänge im Februar waren sehr zufriedenstellend.

Sie wollen also mit dem Auto Segmentführer werden?

Wir sind hier sehr gut unterwegs. Außerdem haben wir noch ein zweites Eisen im Feuer, den Eos. Dieses Modell ist ebenfalls Anfang des letzten Jahres neu aufgelegt worden.

Schauen wir auf das Händlernetz. Thema Rendite – waren die Partner zufrieden im letzten Jahr?

Die letzten Jahre waren relativ erfreulich. Seit der Umweltprämie 2009 hatten wir Renditen von deutlich über 1 Prozent. 2010 waren wir im Durchschnitt bei 2 Prozent und wir haben das 2011 noch einmal stabilisiert. Die exklusiven Volkswagen-Partner liegen sogar bei 2,2 Prozent – die Mehrmarkenbetriebe bei 2 Prozent. Die Händler hatten jetzt drei Jahre in Folge, in denen sie finanziell ein kleines Polster aufbauen konnten. Die Eigenkapitalquote hat sich erfreulich entwickelt. Top-Performer erzielten sogar bis zu 5 Prozent Rendite. Das zeigt, dass die Maßnahmen, die wir gemeinsam mit dem Netz eingeführt haben, um die Bruttoerträge in den einzelnen Sparten deutlich zu verbessern, gelungen sind.

Glauben Sie, dass es 2012 tendenziell weiter nach oben geht?

Unserer Einschätzung nach wird die Marktintensität sich in 2012 erhöhen. Da der Markt im vergangenen vierten Quartal tendenziell zurückgegangen ist, ergibt sich daraus eine gewisse Unsicherheit. Daher versuchen alle Hersteller, ihre Marktanteile entweder zu verteidigen oder wieder zurückzugewinnen. Das bedeutet für uns, dass wir marktorientierter agieren müssen. Unsere Händler haben ein gutes Gespür dafür, entsprechend zu reagieren und letztlich auch die Umsätze zu generieren.

Glauben Sie, dass das Gebrauchtwagengeschäft deutlich schwächer wird in diesem Jahr?

Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schwieriger werden als in den ersten acht, neun Monaten des vergangenen Jahres, als wir eine überproportional gute Nachfrage hatten.

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