19.06.12 | Autor: Jens Rehberg
Der ADAC sondiert derzeit den Aufbau einer Neuwagenplattform im Internet. Ein Sprecher des Clubs sagte der Financial Times Deutschland (Dienstagsausgabe), Überlegungen hierzu seien in einer sehr frühen Phase. Kurz- und mittelfristig seien noch keine konkreten Entscheidungen zu erwarten. Beweggrund für die Initiative sind offenbar vermehrte Anfragen von Clubmitgliedern, denen die Tiefpreisangebote der bestehenden Internetvermittler nicht geheuer sind.
Laut dem Bericht räumen „Experten“ der Idee wegen der potenziell hohen gebündelten Einkaufsmacht der ADAC-Mitglieder gute Chancen ein, jedoch werde der Club aufgrund seiner dezentralen Struktur Probleme haben, sich auf ein Konzept für eine bundesweite Plattform zu einigen.
Wie zäh die Entscheidungsprozesse innerhalb der Cluborganisation ablaufen, zeigte zuletzt beispielsweise die „Testphase“ des ADAC zum Aufbau eines eigenen Werkstattnetzes. Auch bei diesem Projekt beruft sich der Verbraucherclub, der – Tochtergesellschaften und Regionalableger miteingerechnet – im vergangenen Jahr einen Überschuss von über 150 Millionen Euro erwirtschaftete, bekanntlich auf Beschwerden seiner Mitglieder über die Leistung einzelner Servicebetriebe und die Ergebnisse eigener Werkstatttests.
Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sieht die aktuellen Aktivitäten der Freien Neuwagenvermittler im Internet kritisch. Der Verband rechnet damit, dass bis 2015 voraussichtlich jährlich rund 100.000 Neuwagen über das Web vermittelt werden. Angesichts von Rabatten bis zu 47 Prozent bestehe hier „dringender Handlungsbedarf“. Das Web habe sich neben dem klassischen Autohandel und dem Direktvertrieb der Hersteller und Importeure bereits heute zur dritten Vertriebssäule entwickelt.
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