BMW: Geschichte eines Motorenspezialisten

Viel gewagt und fast immer gewonnen

| Autor: sp-x

Die charakteristische BMW-Konzernzentrale in München wurde 1972 eröffnet.
Die charakteristische BMW-Konzernzentrale in München wurde 1972 eröffnet. (Foto: BMW)

Voller Einsatz, volles Risiko, nach diesem Motto handelt die Marke mit den weißblauen bayerischen Landesfarben im Logo immer wieder in ihrer Geschichte. Ist es heute die Submarke BMW i, mit der eine Revolution bei elektrischen Automobilen losgetreten werden soll, waren es am Anfang Flugmotoren, die BMW den Ruf als Motorenspezialist sicherten. Es folgte 1923 die BMW R 32 als weltweit erstes Motorrad mit Boxermotor und Kardanwelle und 1927 der Einstieg in die Automobilproduktion mit einer Lizenz des englischen Austin Seven.

Schon fünf Jahre später strebte BMW nach Premium-Image mit dem ersten Sechszylinder im Typ 303. Obwohl das Unternehmen im Zweiten Weltkrieg sein Autowerk in Eisenach verloren hatte, setzte die Führung 1951 alles auf eine Karte. Der BMW 501 war das erste deutsche Nachkriegsmodell der Luxusklasse und glänzte mit dem weltweit ersten Leichtmetall-V8. Geld in die klamme Kasse brachte aber allein die winzige Isetta.

100 Jahre BMW: Viel gewagt und fast immer gewonnen

Nicht genug Gewinn jedoch, und so stand BMW 1959 vor dem Aus. Der Befreiungsschlag gelang mit den Modellen der „Neuen Klasse“ und von da wurde vorübergehend alles Gold, was BMW berührte. Bis 1994 die Übernahme des maladen Rover-Konzerns Ernüchterung bescherte. Andererseits demonstrieren die zugekauften Marken Mini und Rolls-Royce Motor Cars, zu welchen Erfolgen die Münchner fähig sind.

Das Logo: Kein Propeller

Nein, es ist kein Propeller, den das BMW-Logo stilisiert. Auch wenn es die Legende so will und die 1916 gegründete Bayerische Flugzeug-Werke AG (BFW) eines der beiden BMW-Vorgängerunternehmen ist. Und es außerdem der sensationelle Höhenflugweltrekord von 9.760 Metern war, mit dem im Jahr 1919 ein BMW-Flugmotor das neue Markenzeichen global bekannt machte.

Statt eines Propellers bediente sich das BMW-Markenzeichen in Wahrheit aber eines vorhandenen Logo-Layouts der Rapp-Motorenwerke, des zweite BMW-Vorgängers. Neu im BMW-Signet waren die weißblauen-Farben, denn auf seine bayerische Herkunft war BMW ebenso stolz wie auf den Bau von Motoren aller Art. Weshalb anfangs mit dem Namen Bayern-Motor geworben wurde. Wirklich verwirrend ist jedoch die Entstehung von BMW aus den Vorgängerfirmen BFW und Rapp.

Eine offizielle Unternehmenschronik vermerkt dazu nüchtern: „Die Anfänge von BMW gehen auf Karl Rapp und Gustav Otto zurück“. Die Flugzeugfabrik Gustav Otto wurde 1916 zur BFW, dagegen firmierten Karl Rapps Motorenwerke ab 1917 als Bayerische Motoren Werke. Schließlich folgte der Zusammenschluss von BMW und BFW im Jahr 1922. So wurde das BFW-Gründungsdatum, der 7. März 1916, rückwirkend zum Geburtstag der heutigen BMW AG.

Technisch wegweisende Motorräder

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Flugmotorenbau in Deutschland zunächst verboten, weshalb BMW sein Programm um Motorräder erweiterte. Dabei konnten sich die Bayern mit kostspieligen, jedoch technisch wegweisenden Modellen in einem zeitweise von 130 Herstellern umkämpften Markt behaupten. Besonders eindrucksvoll waren aber die BMW-Maschinen ab den 1950er Jahren, mit denen BMW auf einem schrumpfenden Motorradmarkt überlebte und manchem neuen japanischen Konkurrenten technisch voraus fuhr.

Etwa mit den schnellen RS-Seitenwagengespannen, die 20 Jahre auf Weltmeistertitel abonniert schienen oder durch technische Revolutionen wie der Einführung des ABS im Jahr 1988 und dem elektronischen Fahrwerk der K 1200 S von 2004. Fehlschläge wie der C1 genannte, merkwürdige „Motorroller mit Dach“ aus dem Jahr 2000 vermochten BMW nie wirklich zu beirren, zumal es ja seit 1928 zusätzlich das Automobilgeschäft gibt.

Dieses starteten die Bayern in Thüringen, indem sie die Fahrzeugfabrik Eisenach und einen dort als Dixi in Lizenz gebauten Kleinwagen übernahmen. Eigene automobile Meilensteine wie den Mille-Miglia-Sieger BMW 328 zeigte das ingenieurgetriebene Unternehmen zwar noch in den 1930er Jahren, aber das Flugmotorengeschäft blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wichtigstes wirtschaftliches Standbein.

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