Piëch gibt VW wohl endgültig auf

Verhandlungen über Übertragung der Anteile

| Autor: dpa

Vor dem endgültigen Rückzug: Ferdinand Piëch.
Vor dem endgültigen Rückzug: Ferdinand Piëch. (Foto: VW)

Der frühere VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch prüft einen Verkauf seiner Anteile an dem Autobauer. Wie die Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE am Freitag als Hauptaktionärin von Volkswagen mitteilte, führen die Familien Porsche und Piëch entsprechende Verhandlungen über eine Übertragung eines „wesentlichen Anteils“ der gehaltenen Stammaktien. Zuvor hatte der „Spiegel“ über einen möglichen Ausstieg Piëchs bei VW berichtet.

Zuvor hatte der „Spiegel“ über einen möglichen Ausstieg Piëchs bei VW berichtet. Die Porsche SE ist eine reine Beteiligungsgesellschaft und besitzt rund 52 Prozent der Stimmrechte an VW. Der Kapitalanteil an VW liegt bei knapp 31 Prozent. Piëch wiederum hält laut „Spiegel“ 14,7 Prozent an der Porsche SE. Seine Anteile sollen rund eine Milliarde Euro wert sein.

Piëch, der am 17. April 80 Jahre alt wird, war bis April 2015 langjähriger VW-Aufsichtsratschef und galt als mächtigster Mann bei Volkswagen. Er trat nach einem internen Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Martin Winterkorn von fast allen Ämtern zurück und blieb am Ende lediglich Aufsichtsrat bei der Porsche SE.

Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Piëch seinen letzten Posten im Konzern verlieren könnte. Die Familien Porsche und Piëch hätten sich darauf geeinigt, den 79-Jährigen im Zuge einer Umstrukturierung des Kontrollgremiums der Porsche SE zu entmachten und ihm sein Aufsichtsratsmandat zu entziehen, schrieb die „Bild am Sonntag“. Ein Sprecher der Porsche SE sagte dazu, der Aufsichtsrat müsse bis Mitte April entscheiden, wer dem Gremium angehören solle. Chefkontrolleur Wolfgang Porsche hatte am Rande des Autosalons in Genf gesagt, es sei noch keine Entscheidung gefallen.

Zuletzt hatten bei der Aufarbeitung des VW-Dieselskandals angebliche Anschuldigungen Piëchs für Aufsehen gesorgt. Demnach soll der frühere VW-Aufsichtsratschef Mitgliedern des Aufsichtsrats-Präsidiums wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, Betriebsratschef Bernd Osterloh und auch seinem Cousin Wolfgang Porsche vorgeworfen haben, früher als bisher bekannt über einen Verdacht von Abgas-Manipulationen in den USA Bescheid gewusst zu haben.

Diese hatten das scharf zurückgewiesen. Wolfgang Porsche sagte zuletzt in Genf, er selbst werde in dieser Sache nichts unternehmen, Familie könne man sich nicht aussuchen.

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