Kältemittel: Nun drei dank CO2

Mercedes-Benz macht ernst und befüllt als erster Hersteller die Klimaanlagen seiner Modelle mit CO2. Damit kommt auf Werkstätten einiges zu, wenn sie auch künftig die Klimaanlagen aller Marken warten und instand setzen wollen.

| Redakteur: Steffen Dominsky

Das Umweltbundesamt (UBA) setzt seit 2009 ein Dienstfahrzeug mit einer CO2-Klimaanlage ein. Die Anlage kühlt den Innenraum in kurzer Zeit ab und arbeitet energieeffizient. In normalen europäischen Sommern ist der Energieverbrauch laut UBA sogar geringer als der einer R134a-Serienklimaanlage. Nach 165.000 Kilometern funktioniert der Klimakompressor immer noch einwandfrei und weist eine hohe Dichtigkeit auf.
Das Umweltbundesamt (UBA) setzt seit 2009 ein Dienstfahrzeug mit einer CO2-Klimaanlage ein. Die Anlage kühlt den Innenraum in kurzer Zeit ab und arbeitet energieeffizient. In normalen europäischen Sommern ist der Energieverbrauch laut UBA sogar geringer als der einer R134a-Serienklimaanlage. Nach 165.000 Kilometern funktioniert der Klimakompressor immer noch einwandfrei und weist eine hohe Dichtigkeit auf. (Foto: UBA)

Preisfrage: Was haben ein Glas schönes kaltes Bier und die neue E-Klasse gemeinsam? Keine Ahnung? Ich verrate es Ihnen: In beiden steckt eine gute Portion CO2. Und in beiden sorgt sie für Frische. Im Bier gelöst als Kohlensäure, im Automobil im geschlossenen Kreislauf der Klimaanlage. Als erster Fahrzeughersteller bringt Daimler nun eine CO2-Anlage in Serie, und zwar in der jetzt vorgestellten neuen E-Klasse (W213) – allerdings nur in der aufpreispflichtigen Thermotronic-Variante. Auch die S-Klasse soll ab Ende des Jahres den Innenraum mittels umweltfreundlichem CO2 temperieren, das man im Einsatz als Kältemittel mit R744 (R = Abürzung für „Refrigerant“, deutsch = Kältemittel) bezeichnet.

Damit lassen die Stuttgarter ihrer „Drohung“ Taten folgen, die sie im September 2012 indirekt ausgesprochen hatten – nämlich künftig auf R744 zu setzen. Allerdings fahren sie dabei zweigleisig. Die Modelle für das gemeine Autofahrervolk wollen die Verantwortlichen spätestens ab dem 1.1.2017 mit R1234yf befüllen. Das müssen übrigens sämtliche Autobauer, denn dann greift die EU-Vorschrift 2006/40/EC. Vermutlich werden die meisten, deren Modelle bislang noch mit R134a vom Band laufen, im Lauf der großen Werksferien bzw. zum Modelljahreswechsel auf R1234yf umstellen, der einzigen verfügbaren Alternative.

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