Ebay pusht Werkstattportal

Jede 14. Anfrage generiert einen Auftrag

| Autor: Jens Rehberg

Ebay-Deutschland-Zentrale in Dreilinden bei Berlin.
Ebay-Deutschland-Zentrale in Dreilinden bei Berlin. (Foto: Ebay)

Der Werkstattportal-Newcomer Autobutler hat mit Ebay Motors einen starken Vermarktungspartner an Land gezogen. Wie eine Sprecherin des Internet-Start-Ups im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte, ist der Vermittlungsdienst für Kfz-Serviceleistungen bereits seit zwei Wochen in das Ebay-Angebot eingebunden.

Wie andere Werkstattportale auch stellt Autobutler den Preisvergleich in den Vordergrund. Das Portal unterscheidet sich aber in der Nutzungsweise: Die User, die sich kostenlos registrieren können, bekommen die Möglichkeit, neben Standardreparaturen und -Wartungsleistungen auch individuelle Aufträge auszuschreiben. Ist die Anfrage zu unkonkret, fasst ein Autobutler-Mitarbeiter telefonisch oder per Mail nach und präzisiert die Angaben. Die Werkstattpartner bekommen diese Leads dann zugespielt und können ein mehr oder weniger detailliertes Angebot abgeben. Der User wiederum bekommt bis zu drei Angebote naher Betriebe übermittelt und kann sich dann entscheiden.

Die Qualität der teilnehmenden Kfz-Betriebe wird laut Autobutler „regelmäßig und stichprobenartig“ durch die Dekra kontrolliert.

Nach Angaben von Autobutler hätten sich bereits über 1.800 Service-Betriebe bei dem Dienst, der im März in Deutschland gestartet ist, angemeldet. Allerdings ist nicht klar, wie viele davon lediglich an der kostenfreien zweiwöchigen Testphase teilgenommen haben. Nach der Testphase wird eine Jahresgebühr von 700 Euro fällig. Dazu kommt – auch schon in der Testphase – eine knackige Transaktionsgebühr in Höhe von zehn Prozent des tatsächlichen Rechnungsbetrags. „Die Transaktionspreise überprüfen wir mit stichprobenartigen Nachfragen bei unseren Usern“, so die Sprecherin auf Nachfrage. Wer sein Werkstattprofil auf verschiedene Arten bei der Internetplattform hervorheben möchte, zahlt jeweils nochmal ein paar hundert Euro extra.

Wer trotz dieses anspruchsvollen Gebührenpakets Autobutler beitreten will, der darf derzeit einen durchschnittlichen Umsatz von 28,50 Euro pro Auftrag erwarten: Auf der Website ist die Anzahl der bisher vermittelten Aufträge (Stand: 23.09.2014) mit 4.377 angegeben. Diese Aufträge hätten einen Gesamtumsatz von knapp 125.000 Euro generiert.

Diese offenbar automatisch aktualisierten Werte wollte die Autobutler-Sprecherin auf Nachfrage nicht bestätigen. Durch die Kooperation mit Ebay, die auch technische Auswirkungen habe, seien diese Zahlen möglicherweise nicht korrekt. Andere Zahlen nannte die Sprecherin am Dienstag bis Redaktionsschluss allerdings nicht.

Am Mittwoch übermittelte Autobutler der Redaktion neue Zahlen: Die Anzahl der registrierten Werkstätten wurde von über 1.800 auf 1.345 nach unten korrigiert. Die über die Website kommunizierte Zahl von 4.377 vermittelten Aufträgen wurde zurückgenommen – jetzt sollen es seit Angebotsstart gerade mal 290 Aufträge gewesen sein. Neben der Zahl 4.377 stand am Dienstag auf der Autobutler-Homepage noch „vermittelte Aufträge“ – seit Mittwoch steht dort „erstellte Reparaturanfragen“. Ist diese Zahl korrekt, würde das bedeuten, dass knapp sieben Prozent der über Autobutler gestellten Anfragen einen Auftrag generieren. Laut dem Internetdienstleister wird von den derzeit „aktiven Werkstätten“ etwa ein Auftrag pro Monat ausgeführt.

Da bislang lediglich 290 Aufträge ausgeführt worden seien, liege auch der durchschnittliche Werkstattumsatz pro Auftrag um ein Vielfaches höher als zunächst angenommen – es sollen 450 Euro sein.

ZDK: „Am Ende macht fast immer der Billigste das Rennen“

Ein Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn sagte unterdessen auf Anfrage, der Verband lehne Plattformen ab, bei denen Dienstleister sich mit möglichst niedrigen Angeboten um Aufträge von Verbrauchern bewerben. „Auch wenn bei der ersten Vorauswahl durch das System andere Kriterien mit einfließen mögen: Am Ende macht fast immer der Billigste das Rennen“, so der Sprecher. Die Qualität drohe dabei auf der Strecke zu bleiben.

Der ZDK unterstütze deshalb mit der DAT-Plattform Fair Garage ein System, das stattdessen auf Qualität zu transparent kalkulierten Preisen setze.

Der Internetdienstleister Autobutler wurde 2010 in Dänemark gegründet. Neben Deutschland gibt es das Werkstattportal seit diesem Jahr auch in Großbritannien. Insgesamt sollen seit Gründung mehr als 100.000 Aufträge vermittelt worden sein.

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