Jeep ruft mehrere Modelle zurück

Probleme mit Zündschlössern und IT-Sicherheit

| Autor: Bernd Reich

Die Rückrufaktion nach einem Hackeraktion auf einen Jeep Cherokee erreicht nun auch Deutschland.
Die Rückrufaktion nach einem Hackeraktion auf einen Jeep Cherokee erreicht nun auch Deutschland. (Foto: Jeep)

Jeep startet mehrere Rückrufaktionen. Das erste Problem betrifft wie schon beim Fiat Ducato das Zündschloss, allerdings geht es um einen anderen Bauzeitraum. Bei den zwischen März 2007 und Juni 2008 gebauten Modellreihen Grand Cherokee (WH/W2) und Commander (XH) bleibt möglicherweise das elektronische Zündschlossmodul (WIN, Wireless Ignition Node) zwischen den Stellungen „Start“ und „Run“ hängen. Dies könne dazu führen, dass der Zündschalter versehentlich in die Stellung „Off“ oder „Accessory“ zurückfedert, erklärte ein Sprecher auf Anfrage.

Mögliche Folgen: Ausfall bestimmter elektrischer Funktionen und/oder Verlust von Motorleistung sowie Nachlassen der Unterstützung durch die Servolenkung und/oder den Bremskraftverstärker. „Ferner kann das Zurückfedern des Zündschalters zur Deaktivierung von Sicherheitsfunktionen des Fahrzeugs führen, wozu auch die Frontairbags zählen“, sagte der Sprecher. Das WIN-Modul wird laut seinen Angaben geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht, ebenso die Fernsteuerung zum Öffnen und Verschließen der Fahrzeuge (Fobiks). Der Werkstattaufenthalt dauert bis zu 90 Minuten und ist auch für den Chrysler 300 aus dem gleichen Bauzeitraum notwendig.

Grauimporte von Hackerangriffen gefährdet

Zudem hat der im vergangenen Sommer nach einem Hackerangriff gestartete Rückruf nun auch Europa erreicht. Neben den Jeep-Modellen Cherokee (KL), Grand Cherokee (WK, beide Modelljahre 2014 und 2015) und Renegade (WU, seit Produktionsbeginn im August 2014 bis 25. Juli 2015), sind auch andere Baureihen im FCA-Konzern betroffen. Namentlich sind das die Dodge-Modelle RAM, Viper (beide Modelljahre 2013 bis 2015), Durango, Challenger und Charger, sowie Chrysler 200 und 300 (alle Modelljahr 2015).

„Den Rückruf haben wir gestartet, obwohl keines der durch uns in Deutschland in Verkehr gebrachten Fahrzeuge betroffen ist“, sagte der Jeep-Sprecher. Den Modellen fehle das Sim Karten-Modul, das ein Eindringen überhaupt erst möglich macht. „Wir wollen über das KBA nur die Besitzer von anderweitig importierten Fahrzeugen auffordern, sich wegen des Rückrufs mit den Händlern in Verbindung zu setzen, bei denen sie die Fahrzeuge gekauft haben“, so der Sprecher weiter.

Eine Mitarbeiterin des Dodge-Importeurs AEC erklärte, über ihr Unternehmen seien europaweit 28 Fahrzeuge vertrieben worden. Bei ihnen ist ein Update der Radiosoftware nötig, um einen Zugriff Dritter auf Fahrzeugsteuerungssysteme künftig auszuschließen.

Keine Details gibt es bislang zu zwei weiteren Rückrufen. Eine Aktion für den Jeep Grand Cherokee der Baujahre 2012 und 2013 datiert bereits vom Sommer 2015. Eine fehlerhafte Lichtmaschine kann hier ausfallen und zum Ausfall elektrischer Systeme und zum Fahrzeugbrand führen. Seit November müssen die Modelle Liberty und Wrangler (Baujahre 2005 und 2006) in die Vertragswerkstatt, weil ein Mangel am Kupplungs-Anlassersperrschalter zu einer unbeabsichtigten Bewegung des Fahrzeugs führen kann. Dieses Problem betrifft auch die Viper von Dodge.

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