27.10.2008 | Autor: Norbert Rubbel

Die 17. Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe hat sich am Samstag mit den Entwicklungen und der Zukunft des Reparaturmarktes beschäftigt. Neben der künftigen Euro-5-/Euro-6-Gesetzgebung hatte das Smart-Repair-Zelt die Werkstattpraxis im Blick.
Rund 300 Teilnehmer hatte die Fachtagung, die dieses Jahr erstmals bewusst auch an die Zielgruppe „Servicebetriebe“ richtete, in das Vogel Convention Center in Würzburg gezogen. „Für viele Unternehmer ist es zur guten Tradition geworden, sich auf der Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe Kompetenz und Praxiserfahrungen zu erwerben“, begrüßte sie Ernst Haack, Geschäftsführer der Vogel Auto Medien, dem Verlag der Fachzeitschrift »kfz-betrieb«.
Das Programm der diesjährigen Fachtagung, die mit der Hilfe von GTÜ, RepExpert und Würth organisiert wurde, deckte die zahlreichen Anforderungen ab, denen sich ein Kfz-Unternehmen stellen muss. Die Referenten informierten etwa über Kundenbindungsinstrumente, die Beschaffung von technischen Informationen und Zukunft des freien Teilemarktes. Rechtliche Grundlagen vermittelten die Vorträge zum Arbeitsschutz und zur Euro-5- und Euro-6-Verordnung.
Auf großes Interesse stießen die Beiträge der Servicechefs von Opel und Volkswagen, Todd Gaffner und Arno Kalmbach. Sie diskutierten mit den Tagungsteilnehmern über die Zusammenarbeit mit den Freien Werkstätten. „Ich bin ein starker Verfechter des freien Unternehmertums“, sagte Kalmbach. Der Serviceleiter von Volkswagen Deutschland betonte, dass die fabrikatsunabhängigen Betriebe für VW ein wichtiger Absatzkanal seien und die gleichen technischen Daten und Schulungen erhielten wie die rund 2.500 Servicepartner des Wolfsburger Konzerns.
Ein gutes Miteinander sei die Beziehung zu den Freien Betrieben inzwischen geworden, verdeutlichte Gaffner. „Vor fünf Jahren waren die Freien Werkstätten noch Wettbewerber. Heute sind sie unsere Kunden“, erläuterte der Servicedirektor der Adam Opel GmbH. Die 120 Leistungszentren großer Opel-Händler seien in der Lage, die freien Kfz-Betriebe mehrmals am Tag mit Originalteilen zu beliefern. Auch Spezialwerkzeuge und Kundenersatzfahrzeuge bekämen die markenungebundenen Betriebe von den Freien-Werkstatt-Leistungszentren (FWLZ). „Es ist unsere Verantwortung, sie bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen“, sagte Gaffner zu den Teilnehmern der Fachtagung.
Ein greifbares Beispiel dieser Unterstützung hatte Opel für die Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe bereitgestellt. Im Smart-Repair-Zelt des Herstellers wurde diese Reparaturtechnik in der Praxis vorgeführt wird. Auf entsprechendes Interesse stießen die zehn Smart-Repair-Koffer, die der Hersteller als Starthilfe für die Betriebe unter den Teilnehmern verloste.
Auf eine aus Sicht der freien Betriebe bedenkliche Entwicklung machte ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk aufmerksam. Er schilderte, wie sich einige Automobilhersteller nun verstärkt dem freien Servicemarkt zuwenden, um in diesem Marktsegment Erträge zu erzielen. „Die Aktivitäten der Hersteller gehen natürlich zu Lasten des Kfz-Gewerbes.“ Inzwischen seien deutliche Parallelen zur Entwicklung im Neuwagenvertrieb zu erkennen, sagte Hülsdonk. Dort sei in zehn Jahren der Anteil des Kfz-Gewerbes am Gesamtmarkt auf mittlerweile 66 Prozent gesunken.
»kfz-betrieb«-ChefRedakteur Wolfgang Michel zeigte sich mit den Referaten, intensiven Diskussionen, Workshops und der begleitenden Fachausstellung zufrieden: „Für zukünftige Planungen und Entscheidungen hat sich die Würzburger Fachtagung für die Betriebsinhaber und deren Servicemitarbeiter zur Richtmarke etabliert.“
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