Umsatz- und Finanzquellen für das Kfz-Gewerbe

Kongress rückt das Versicherungsgeschäft in den Fokus

16.04.2010 | Autor: Konrad Wenz

Ulrich Fromme verdeutlichte auf dem Allianz/VDIK-Kongress, dass die Quersubvention des Vertriebs durch den Service nicht von Dauer sein könne.

Mit der Frage, wie Automobilindustrie, Versicherungswirtschaft und Autohandel künftig Erträge und Liquidität sichern können, hat sich der 9. VDIK/Allianz-Kongress im Rahmen der AMI in Leipzig beschäftigt. „Alle Beteiligten am Kfz-Markt müssen näher zusammenrücken“, sagte VDIK-Präsident Volker Lange vor rund 160 Kongressteilnehmern.

Die Umweltprämie habe 2009 zwar den Autohandel stabilisiert, aber die Bundesregierung müsse sich klarer zum Individualverkehr bekennen. Dabei machte Lange deutlich, dass es keine zweite Umweltprämie in Deutschland geben könne: „Kein Industriezweig darf dauerhaft subventioniert werden.“

„Weder Autohandel- noch Industrie müssen sich übermäßig Sorgen machen“, versuchte VDIK-Geschäftsführer Thomas Almeroth die Kongressteilnehmer mit Blick auf die GVO zu beruhigen. Aus seiner Sicht würde sich auch für den Aftersales nichts Gravierendes ändern, wenn am 1. Juni 2010 die sogenannte Service-GVO in Kraft tritt.

Weiterhin angespannte Finanzlage

Auch Werner H. Frey, Geschäftsführer Hyundai Deutschland sieht die Zukunft optimistisch. Bei den Zuwächsen seiner Marke im vergangenen Jahr (Verdoppelung der Neuwagenverkäufe) wunderte sich darüber niemand. Doch auch der Auftragseingang 2010 sei positiv für Hyundai verkündete Frey. Der Gesamtbranche konnte er allerdings keine so rosige Zukunft voraussagen.

Die Finanzlage der Autohändler sei nach wie vor angespannt, es werde einen weiteren Konzentrationsprozess im Handel geben so Frey. Zudem werde die Incentivierung der Fahrzeugverkäufe zunehmen und das Rabattniveau steigen. In diesem Zusammenhang bedauerte Frey, dass auch bei Hyundai der Geschäftsbereich Financial Service nicht im gleichen Maße gewachsen sei wie mit den Neuwagenverkäufen.

Verbessertes Servicemarketing nötig

Michael Ziegler, Vorstandsmitglied der Schwabengarage, machte deutlich, dass die Deckungsbeiträge im Autohaus zum Großteil aus dem Service kommen. Autohäuser, die ihre Prozesse nicht im Griff hätten, könnten allerdings auch im Service kein Geld verdienen. Den sinkenden Serviceumsätzen durch verbesserte Fahrzeuge und längere Wartungsintervalle müssten die Autohäuser ein aktives Servicemarketing entgegensetzen. Dabei sei Kundenbindung das entscheidende Kriterium der Zukunft. Hierbei könnten die Financial Service-Angebote der Autohäuser (z. B. Finanzierung, Versicherung, Leasing) maßgeblich helfen.

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