Live-Demonstration: Der neue Umgang mit technischen Informationen

Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe

15.10.2010 | Redakteur: Andreas Grimm

Der Leiter des ZDK-Referats Technik, Neofitos Arathymos, zeigt auf der Fachtagung für Freie Werkstätten am Live-Beispiel, wie man mit den technischen Informationen umgeht.

Die Freigabe und Verfügbarkeit von technischen Informationen zur ordnungsgemäßen Reparatur von Fahrzeugen war lange umstritten. Mit Inkrafttreten der Euro-5/Euro-6-Bestimmungen ist entschieden, dass alle Fahrzeughersteller die benötigten Daten über einen standardisierten Prozess zur Verfügung stellen müssen. Auf der Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe kommt die neue Reparaturfreiheit erstmals in einer Live-Vorführung zur Anwendung.

»kfz-betrieb ONLINE« hat im Vorfeld über die Notwendigkeit der Bestimmungen und ihren konkreten Nutzen mit Neofitos Arathymos gesprochen, dem Leiter des ZDK-Referats Technik. Die Besucher der Fachtagung erwarte eine Einführung in die Nutzung der Informationsportale.

Redaktion: Ein Schwerpunkt der Fachtagung für Freie Werkstätten und Servicebetriebe sind die Euro 5-/Euro 6-Bestimmungen. Was ist an dieser Verordnung so entscheidend für die Branche?

Neofitos Arathymos: Technische Informationen sind für die ordnungsgemäße Wartung - darunter fällt auch die Instandhaltung und Reparatur - eines Kraftfahrzeuges unabdingbar. Dies lässt sich unter anderem dadurch begründen, dass allein in den letzten fünf Jahren viele elektronische Systeme wie das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) in die Kraftfahrzeuge eingebaut wurden. Die elektronischen Systeme werden in Zukunft einen noch höheren Ausstattungsgrad einnehmen. Aus diesem Grund haben wir in den Euro 5- und Euro 6-Verordnungen unter anderem in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission entscheidende Punkte für das gesamte Kfz-Gewerbe festgeschrieben.

Welche sind das im Einzelnen?

Ganz entscheidend ist, dass alle technischen Informationen der Fahrzeughersteller nur noch über das Internet verfügbar sind. Andererseits gewähren aber alle Fahrzeughersteller einen uneingeschränkten Zugang zu den für die Fahrzeugwartung notwendigen technischen Informationen über einen standardisierten Prozess. Weiterhin wird die Diagnose aller Fahrzeugsysteme in Zukunft seitens der Fahrzeughersteller ebenfalls über das Internet erfolgen. Für den Betrieb positiv ist zudem, dass die Suche nach technischen Informationen nun über einen standardisierten Prozess erfolgt und auch die Aktualisierung aller Daten der im Fahrzeug verbauten Steuergeräte ebenfalls einem standardisierten Prozess unterliegt. Weiterhin ist erstmals in den Verordnungen auch der Zugang zu den diebstahlrelevanten Daten festgeschrieben worden.

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Erstmals wird auf der Fachtagung gemeinsam von ZDK und BMW die neue Diagnose live demonstriert ...

Ja, das war uns ein Anliegen. In der Vergangenheit haben wir laufend über die Umsetzung der Euro 5- und Euro 6-Verordnungen berichtet. Während der letzten Fachtagung haben wir dann zugesichert, eine Live-Vorführung durchzuführen, um den Teilnehmern anhand von praktischen Beispielen zu zeigen, wie die Anforderungen aus den Euro 5- und Euro 6-Verordnungen umgesetzt wurden.

Was können die Teilnehmer lernen?

Die Teilnehmer lernen dabei vor allem den Umgang mit dem neuen Portal für den Zugang zu technischen Informationen zur Reparatur und Wartung seitens BMW. Hierzu werden wir den Teilnehmern dieser Fachtagung sowohl eine Diagnose des gesamten Fahrzeuges zeigen als auch die Bedienung des Portals. Ebenfalls haben wir geplant, Daten von Steuergeräten zu aktualisieren, aber zu diesem Punkt will ich nicht zuviel erzählen.

Was bedeutet diese Entwicklung insbesondere für die Freien Werkstätten?

Generell standen bei der Erarbeitung der oben genannten Verordnungen die Freien Werkstätten nicht gesondert im Fokus. Vielmehr war bzw. ist es das Ziel, dass alle Kfz-Betriebe unter Verwendung von einfachen „Werkzeugen“, sprich einem PC und einem so genannten Kommunikationsgerät, Zugang zu allen technischen Informationen für die Reparatur und Wartung erhalten. Das heißt, ein Kfz-Betrieb benötigt nur noch zwei Geräte, um Zugang zu allen Daten aller Fahrzeughersteller zu erhalten.

Das Thema ist also für alle Kfz-Betriebe gleichermaßen relevant?

Ja, natürlich! Nur ein Beispiel: Sobald ein von Fahrzeughersteller autorisierter Kfz-Betrieb eine Fremdmarke warten muss, werden technische Informationen benötigt, um - wie eingangs beschrieben - das Fahrzeug ordnungsgemäß warten bzw. reparieren zu können.

Weitere Informationen zur Fachtagung und Anmeldung zur Teilnahme


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