16.08.2011 | Redakteur: Steffen Dominsky
Trotz zunehmender Computerisierung der Diagnosewerkzeuge stehen Kfz-Werkstätten immer wieder vor dem Problem, dass sie Fehler in Fahrzeugen nicht bzw. nicht umgehend beheben können. „Die Fehlersuche mit den elektronischen Diagnosesystemen allein führt nach unseren Untersuchungen nur in zirka 55 Prozent der Fälle zum Ziel“, erklärt Prof. Dr. Matthias Becker vom Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (Biat). Aufgabe sei es nun, zusätzlich zu Diagnosewerkzeugen auch das Erfahrungswissen der Facharbeiter einzubeziehen, um Probleme schneller zu lösen.
Die Kfz-Experten in den Betrieben sollen sich dazu mittels einer Diagnosesoftware über das Internet vernetzen. Eine Projektgruppe der Universitäten Flensburg und Dresden entwickelt eine Software, die die Anwender auf dem Desktop des Diagnosegeräts zur gemeinsamen Problemerarbeitung nutzen.
Zentraler Bestandteil der Anwendung wird ein leicht zu bedienender Diagnoseeditor sein. Er soll ein vernetztes und gemeinschaftliches Arbeiten über die Betriebsgrenzen hinaus ermöglichen. Die einzelnen Diagnoseschritte im Arbeitsprozess lassen sich in der Internet-Community gemeinsam erarbeiten und dokumentieren.
Das Projekt läuft bis Mitte 2014 und gliedert sich in mehrere Phasen: Zunächst wird in den Werkstätten der Prozess der Fehlersuche und -behebung analysiert. Die Ergebnisse fließen in die technische Umsetzung der Web-2.0-Anwendung ein, mit der dann die Experten in der Kfz-Werkstatt gemeinsam an der Fehleridentifikation und -behebung arbeiten. Nach mehreren Erprobungs-, Qualitätssicherungs- und Optimierungsphasen wird die Software den beteiligten Institutionen zur Verfügung gestellt. Das Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.
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