VW: Mit Odis in die Diagnose-Zukunft

03.05.2010 | Autor: Steffen Dominsky und Konrad Wenz


Suche nicht in Deutsch

Zwar arbeitet Volkswagen derzeit – genau wie alle anderen Fahrzeughersteller – am sogenannten Oasis-Standard, der für die Werkstätten den Zugang zu den Informationsplattformen über eine Suchfunktion mit feststehenden Begriffen regelt. „Was die EU hier gemacht hat, ist nicht wirklich sinnvoll, weil in Oasis auf 500 Begriffe fokussiert wird, die zudem überwiegend aus militärischen Standards kommen“, gibt Schnigenberg zu bedenken. Sein Unternehmen habe dieses Problem durch eine spezielle „Mapping-Logik“ gelöst, die die rund 17.000 Volkswagen-typischen Instandsetzungsbegriffe auf 500 Oasis-Begriffe zuordnet.

Allerdings stellen die Wolfsburger den Werkstätten ihre Dokumente im ersten Schritt nur in Englisch und Französisch zur Verfügung. Auch die Suchbegriffe muss der Mechaniker in einer dieser Sprachen eingeben. Das heißt, wenn der Nutzer mit der Suchfunktion arbeiten will, muss er Englisch oder Französisch beherrschen. Schnigenberg beruhigt: „Deutsche Werkstätten werden an dieser Stelle kaum Probleme haben, weil die Daten in Deutsch in den Volkswagen-Informationssystemen ohnehin schon gut strukturiert vorliegen.“ Zudem habe Elsapro – das neue Werkstatt-Informationssystem von Volkswagen – ohnehin eine eigenständige Suche, die viel intelligenter sei als der Oasis-Standard.

Zeitpunkt der Einführung noch nicht sicher

Das heißt aber, dass die Werkstätten auch künftig auf die Volkswagen-Informationssysteme Elsa (für den VW-Partnerbetrieb) und Erwin (für den UMB) angewiesen sind. Die Wolfsburger wollen deshalb ihr Angebot deutlich ausbauen. Ein erster Schritt ist der Rollout von Elsapro, der bis Ende 2010 abgeschlossen sein soll. Elsapro, als Weiterentwicklung von Elsa, arbeitet über eine Onlineanbindung und führt den Reparaturannehmer durch den Servicekernprozess, von der Auftragsannahme bis zur Fahrzeugübergabe.

Anderen Herstellern gehe es nicht besser, erklärt Schnigenberg weiter. Auch sie hätten ihre spezielle Markenterminologie und müsste diese in die 500 Oasis-Begriffe pressen. Mit diesen 500 Begriffen muss der Fahrzeughersteller jeder Freien Werkstatt den Zugriff auf seine Literatur und seine technischen Systeme gewährleisten.

Somit ist noch reichlich Arbeit vorhanden – für die Fahrzeughersteller, die ihre Daten vereinheitlichen und gesetzeskonform zur Verfügung stellen müssen; und für die Mehrmarken-Diagnoseanbieter, deren Aufgabe es ist, allen voran Freien Werkstätten die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie brauchen, um in Sachen Diagnose auch morgen noch kraftvoll zupacken zu können.

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