08.02.2010 | Autor: Julia Mauritz
Am Lac Léman scheint die Welt noch in Ordnung zu sein: Absagen von Fahrzeugherstellern gibt es auf dem 80. Genfer Autosalon jedenfalls auch 2010 nicht. Keiner will die erste europäische Automobilmesse des Jahres missen, die vom 2. bis zum 14. März ihre Pforten öffnet. Die Besucher erwartet wie üblich eine Premierenflut: Die Hersteller von A wie Abarth bis hin zu Z wie Zagato haben allein 100 Welt- und Europapremieren (Fotos in unserer Bildergalerie) angekündigt.
Alternative Antriebe spielen auf der Automobilmesse wieder eine tragende Rolle. So stellt Honda dem europäischen Publikum erstmals die Serienversion seines Hybrid-Sportcoupés CR-Z vor. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 1,5-Liter-Benzinmotor, den die Honda-Ingenieure mit einem 14 PS starken Elektromotor kombiniert haben. Gemeinsam leisten die Antriebe 124 PS. Kombiniert ist der benzinelektrische Antrieb übrigens erstmals mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe.
Für Aufsehen sorgen wird sicher auch die Hybridstudie SR1 von Peugeot. Ob und in welcher Form der Sportwagen in den Handel kommen wird, steht zwar noch in den Sternen, doch das Konzeptauto soll zumindest einen Ausblick auf das künftige Markengesicht des französischen Herstellers geben.
Auch der deutsche Premiumhersteller BMW reist voraussichtlich mit einem Hybridmodell an den Lac Léman: Neben dem neuen 5er mit konventionellem Antrieb steht auch die Studie Active Hybrid 5 im Rampenlicht.
Ebenfalls einen grünen Anstrich haben sich Volkswagen und Porsche verpasst. Sie präsentieren ihre umfangreich überarbeiteten Geländewagen Touareg und Cayenne – die beide nicht gerade als Musterschüler in Sachen Umweltschutz galten – wohl mit einem Hybridantrieb.
Auf der Elektrofront bewegt sich in Genf einiges: So enthüllt Nissan die Serienversion seines reinen Elektroautos Leaf, das Ende 2010 auf den Markt kommen soll. Die Kernkomponente ist eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Speicherkapazität von 24 Kilowattstunden, die für eine Reichweite von 160 Kilometern sorgen soll – danach muss das Auto rund acht Stunden an die Steckdose. Der Elektromotor leistet 80 kW/109 PS.
Wohin die Reise der Elektromobilität gehen könnte, zeigt der Entwicklungsdienstleister EDAG. Das Unternehmen präsentiert die zweite Generation des Konzeptautos Light Car. Ins Auge fällt zuerst das außergewöhnliche Außendesign mit veränderbaren Lichtelementen. Interessant ist aber vor allem die Space-Frame-Struktur des Konzeptautos. Sie ist für kleine und mittlere Stückzahlen von Elektrofahrzeugen ausgelegt.
EDAG stellt den Herstellern von Elektroautos nicht nur Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von 1.200 Kilogramm inklusive Batterie in Aussicht, sondern verspricht auch geringe Investitionskosten für Werkzeuge und Fertigungseinrichtungen.
Bei den serienreifen Genf-Neuheiten, die noch im Laufe dieses Jahres in die Schauräume der deutschen Händler rollen, fällt auf, dass viele davon aus dem Segment der Geländewagen kommen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) haben die deutschen Kunden aktuell die Wahl zwischen rund 70 verschiedenen Modellen – vor allem bei den Kompakt-SUV ist die Vielfalt in den vergangenen zwei Jahren enorm gestiegen.
Der Dacia Duster, der Crossover Mitsubishi ASX und der kompakte SUV Nissan Juke, die alle am Lac Léman ihre Premiere feiern, sorgen dafür, dass das Segment künftig noch stärker umkämpft sein wird. Viele Hersteller haben zudem pünktlich zur Messe ihren SUV ein neues Image verpasst. So kommen der Mitsubishi Outlander und der Kia Sportage, der in der zweiten Jahreshälfte in den Handel rollt, mit neuem Look daher.
»1 »2 nächste Seite
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 335762) | Fotos: Archiv
Kommentar zum Beitrag schreiben