Mazda CX-9: Komfort-Kreuzer zwischen den Welten

Preise sind derzeit noch offen

30.07.2010 | Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

Bald auch in Europa zu haben? Wegen des überraschend großen Kundeninteresses wird in der Leverkusener Zentrale von Mazda Motor Europe (MME) derzeit kräftig darüber diskutiert, ob und in welchen Stückzahlen der Großraumvan Mazda CX-9, der bislang nur in Japan und den USA zu kaufen ist, künftig auch in Europa angeboten werden könnte.

So richtig auf der SUV-Welle reiten konnte Mazda bisher nicht – zumindest in Europa. Während bei uns Hersteller und Importeure in den letzten Jahren einen Geländewagen oder Crossover nach dem anderen auf den Markt brachten, haben die Japaner dem bunten Treiben lange tatenlos zugesehen. Erst seit 2007 ist der CX-7 im Programm und der ist für unsere Verhältnisse fast schon eine Nummer zu groß. Zudem war zunächst nur mit einem Benziner zu haben.

Jenseits des Atlantiks, in Amerika und Kanada, wo Geländewagen noch immer so populär sind wie bei uns kleine Stadtflitzer, sieht die Sache dagegen ganz anders aus. Dort gilt der CX-7 fast noch als Winzling, hat sich aber in fünf Jahren erfolgreich im Straßenbild etabliert und seit einiger Zeit sogar einen großen Bruder: den CX-9. Mit 5,09 Metern deutlich länger als VW Touareg oder BMW X5 gibt er den komfortablen Kreuzer, der auf dem Highway genau so zu Hause ist wie auf den vor allem oben im Norden weit verbreiteten Schotterpisten.

Man sitzt hoch über der Straße in bequemen Ledersesseln, kann auf der verschiebbaren Bank in der zweiten Reihe locker die Beine ausstrecken, und wer erst einmal nach hinten geklettert ist, reist sogar auf den ausklappbaren Notsitzen ganz ordentlich - es muss ja nicht gleich von Coast to Coast sein.

273 PS aus 3,7 Liter Hubraum

Natürlich ist der Mazda in der Materialanmutung nicht mit einer Mercedes M-Klasse oder einem Porsche Cayenne vergleichbar. Doch kompensiert er das mit jeder Menge Platz, Ablagen, die mehr Stauraum bieten als eine Vorratskammer und einer typisch amerikanischen Komplettausstattung: Die Klimaanlage hat drei Zonen und zaubert die Arktis selbst ins Death Valley, Elektromotoren erübrigen jeden Handgriff, die Cupholder sind reichlich und groß genug für ein veritables Trinkgelage, und wem es im Fond langweilig wird, der schaut von Los Angeles bis New York auf dem Deckenmonitor eine DVD nach der anderen.

Der Antrieb ist so nordamerikanisch wie die ganze Ausrichtung des Fahrzeugs: 3,7 Liter und sechs Zylinder stehen im Datenblatt und machen den CX-9 zu einem souveränen Reisewagen, der auch riesige Entfernungen mit der Gelassenheit eines großen, starken Tieres in Angriff nimmt. 50, 500 oder auch mal 1.500 Kilometer absolviert man mit dem großen Mazda so ungerührt, wie man an der Atlantikküste wenn’s sein muss auch mal zwei Hummer zum Abendessen verdrückt.

Grund für diese Entspannung sind die 273 PS und bis zu 366 Nm Drehmoment des 3,7-Liter-V6-Benziners, die von einer feinfühligen Sechsstufen-Automatik sauber sortiert werden. Obwohl länger als eine Mercedes M-Klasse und ähnlich schwer wie ein Audi Q7, kommt der CX-9 damit ganz flott in Fahrt: Kaum zehn Sekunden vergehen bis Tempo 100, und für nordamerikanische Verhältnisse reichen gute 180 km/h als Spitzentempo völlig aus. Wer das ausreizt, steht in Nevada wie in Nova Scotia bereits mit einem Bein im Gefängnis.

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