30.07.2010 | Autor: Benjamin Bessinger/SP-X
Jenseits des Atlantiks stört sich auch niemand an einem Praxisverbrauch von etwa 13 Litern. Und für amerikanische Verhältnisse sind Fahrwerk, Bremsen und Lenkung fast schon sportlich, stramm und scharf. Europäer dagegen würden sich in jeder Disziplin ein wenig mehr Präzision wünschen. Doch dass die Japaner den Spagat zwischen den Kontinenten beherrschen, haben sie bereits mit dem kleinen Bruder CX-7 demonstriert. Auch der war einstmals nur für Amerika und Kanada gedacht und steht seit mittlerweile drei Jahren nicht nur in Orlando oder Ottawa, sondern Oberhausen und Ottobrunn beim Händler – mit einem deutlich modifizierten Fahrwerk und seit letztem Herbst sogar mit einem europäisch exklusiven Diesel.
Ganz so weit wird es beim CX-9 wohl nicht kommen. Doch ähnlich wie der CX-7 könnte er es entgegen der ursprünglichen Planung nun vielleicht sogar doch noch nach Europa schaffen. Denn nachdem die Japaner in Deutschland bereits im letzten Jahr überraschend schnell einen Lagerbestand abgebaut haben, der eigentlich für den russischen Markt bestimmt war, sind sie offenbar auf den Geschmack gekommen. „Wir waren selbst überrascht, wie groß das Interesse am CX-9 in Europa gewesen ist“, sagt Phil Waring aus dem Europa-Vorstand. „Seitdem prüfen wir sehr ernsthaft, ob wir auf ähnlichem Weg noch einmal einen Schwung CX-9 ins Land holen sollen.“
Dass der CX-9 beim letzten Mal zu einem überraschenden Verkaufsschlager wurde, dürfte allerdings auch an seinem Preis gelegen haben. Eine offizielle Empfehlung der Zentrale hatte es nicht gegeben. Während der kleinere und schwächere CX-7 als Benziner erst bei 36.990 Euro beginnt, war sein großer Bruder deshalb stellenweise schon für gut 30.000 Euro zu haben. Mit Blick auf die Familienhierarchie und Konkurrenten wie den Nissan Murano oder den Toyota Land Cruiser ist das zwar ein Schnäppchen. Doch wenn man bedenkt, dass die Preise in Amerika bei knapp 29.000 Dollar oder umgerechnet unter 21.000 Euro beginnen, gibt es offenbar noch immer genügend Spielraum für einen ordentlichen Gewinn.
Zwar wird in der Mazda-Europa-Zentrale in Leverkusen derzeit laut Waring heftig gerechnet und kräftig diskutiert. Doch bleibt der CX-9, selbst wenn er grünes Licht bekäme, in der Modellplanung nur eine Randerscheinung. Viel wichtiger ist den Japanern die Ausweitung am anderen Ende der Palette. Dort warten sie händeringend auf den CX-5, der ganz im Geist der zwei Jahre alten Studie Kazamai steht und schon im nächsten Jahr gegen Tiguan & Co. antreten könnte.
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