Skoda- und Seat-Verband sehen Geschäftsmodell nicht in Gefahr

Importeure halten sich mit Stellungnahmen zurück

| Autor: Andreas Grimm

Die Seat- und Skoda-Händler sind von den Vorgängen bei VW und Audi überrascht, aber noch nicht alarmiert.
Die Seat- und Skoda-Händler sind von den Vorgängen bei VW und Audi überrascht, aber noch nicht alarmiert. (Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die geplanten massiven Einschnitte in die Aktivitäten der Audi- und VW-Händler sorgen für Aufruhr in der Branche weit über die Grenzen der direkt betroffenen Händlernetze hinaus. In Online-Kommentaren ist vielfach von Verlogenheit und Betrug am Handelspartner die Rede. Unter den Kommentatoren sind scheinbar auch Angehörige der Seat- und Skoda-Handelsorganisation. Die Vertriebspartner beider Fabrikate investierten zuletzt kräftig in die CI ihrer Betriebe. Allein die Skoda-Partner investierten 500 Millionen Euro.

Da liegt das Interesse dieser Händler an den vertrieblichen Entwicklungen nahe, sind doch die Marken trotz ihres Eigenlebens im Konzern verzahnt. Skoda und Seat hatten zuletzt immer wieder die Bedeutung des stationären Handels für die Entwicklung der Marken betont. Auf Anfrage von »kfz-betrieb«, ob und wie die Importeure nach den Entwicklungen bei VW und Audi zu ihren Vertriebsnetzen stehen und ob Veränderungen zu erwarten seien, waren Antworten aus den Unternehmensführungen auch einen Tag nach entsprechender Kontaktaufnahme nicht zu erhalten. Skoda und Seat kündigten im Laufe des Freitags allerdings Erklärungen für Montag an.

Die Entwicklung verfolgen auch die Händlerverbände von Seat und Skoda aufmerksam. Beide Interessenvertretungen haben bislang allerdings keine Anzeichen für ähnliche Vorgehensweisen bei ihren Fabrikaten. „Neue Verträge stehen nicht auf der Tagesordnung“, sagte Thomas Peckruhn, Präsident des Skoda-Partnerverbands auf Anfrage. Auf der Mitgliederversammlung des Verbands im November habe sich der Importeur deutlich zu seinem Händlernetz bekannt. Die Meldung über die Entwicklungen bei VW und Audi habe ihn überrascht.

Für ihn bedeuten diese Überlegungen zugleich aber auch, „dass im Ringen um die Gestaltung des Wandels im Automobilhandel nun der Ball im Feld liegt“. Aus seiner Sicht hat der stationäre Handel bewiesen, dass er den unbestreitbar voranschreitenden Wandel abbilden und mittragen kann. Angesichts der steigenden Beratungsintensität des Produkts Automobil sieht er die Nähe zum Kunden „durch nichts zu ersetzen“. Das Beispiel Skoda beweise, dass „ein enger Schulterschluss mit dem Handel zum Erfolg führt“.

Ähnlich sieht Martin Braunheim, Präsidiumsmitglied des Seat-Händlerbeirats, die Lage beim spanischen Importeur. Er verwies darauf, dass die Vertriebsorganisation derzeit die jüngsten Vertragsanpassungen umsetzt und in die Außen-CI investiert. In diesem Zusammenhang wurden auch neue Showroomgrößen definiert, nicht jedoch Modelleinschränkungen für die Händler oder die Zentralisierung des Flottengeschäfts, wie es jetzt bei Audi und VW im Raum steht. Anzeichen für einschneidende Veränderungen sieht er letztlich nicht.

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