Studie zu Elektroautos: Renault ist am innovativsten

Deutsche Hersteller bei Plug-in-Hybriden vorne

| Autor: Christoph Seyerlein

Renault ist in Europa in diesem Jahr bislang Leitanbieter für E-Autos.
Renault ist in Europa in diesem Jahr bislang Leitanbieter für E-Autos. (Bild: Renault)

Die Elektromobilität ist in der Automobil-Branche in den vergangenen Jahren für eine Vielzahl von Innovationen verantwortlich gewesen. Die meisten davon gehen auf das Konto von Renault, sagt nun eine Studie des Center of Automotive Management (CAM). Demnach liegen die Franzosen bei der Innovationskraft für reine E-Autos knapp vor Tesla. Die deutschen Hersteller müssen laut CAM-Chef Stefan Bratzel aufpassen, hier nicht abgehängt zu werden, punkten dafür aber beim Thema Plug-in-Hybride.

Das CAM stützt seine Ergebnisse auf eine Auswertung von 370 Elektroinnovationen 19 globaler Hersteller seit 2011. Dabei bewerteten die Studienautoren sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Neuentwicklungen.

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In der Kategorie „Reine Elektromobilität (BEV)“ erzielte Renault mit 15 Indexpunkten den höchsten Wert, knapp gefolgt von Tesla (14 Punkte). Zählt man die 5,5 Indexpunkte von Renaults Allianzpartner Nissan noch hinzu, wird die Marktführerschaft des Autobauers noch deutlicher. Die deutschen Hersteller BMW (8,5 Punkte), VW (7,5) und Daimler (knapp 6) folgen auf den weiteren Plätzen 3 bis 5, haben aber großen Rückstand auf die Bestplatzierten. Laut CAM spiegelt sich die Innovationskraft der einzelnen Hersteller auch im Absatz wider: In den USA ist Tesla klarer Marktführer vor Nissan, in Europa dominierten im ersten Halbjahr 2016 der Renault Zoe und der Nissan Leaf die Zulassungsstatistiken für reine E-Autos.

Bei den Plug-in-Hybriden (PHEV) machen dagegen die deutschen Konzerne das Rennen. Ganz vorne liegt Volkswagen mit 25 Indexpunkten, gefolgt von BMW (22). Daimler (15) liegt auf Rang vier, lediglich Volvo-Geely bricht mit 17 Punkten auf Rang drei in die deutsche Phalanx ein. Allerdings gelingt es den deutschen Autobauern nicht überall, ihre Marktführerschaft auch in einen starken Absatz umzumünzen. Besonders in den USA sind die PHEV-Zahlen der deutschen Hersteller bislang enttäuschend. Sie liegen hier doch recht deutlich hinter Ford und GM.

Auch die aktuelle Situation der Hersteller in China hat das CAM analysiert. Aus Sicht der Studienautoren müssen die ausländische Autobauer ihre Anstrengungen auf dem größten Elektroauto-Markt der Welt deutlich intensivieren, wenn sie dort langfristig Erfolg haben wollen. Über 90 Prozent des E-Mobilitätsmarktes in China ist derzeit von einheimischen Herstellern wie BYD, BAIC oder SAIC abgedeckt. Bester externer Autobauer ist noch Tesla, der es mit dem Model S gerade noch in die Top-20 der Bestseller-Liste schafft. Nach Ansicht der Experten müssten gerade die deutschen Hersteller aus den bislang wenig erfolgreichen Joint-Ventures zwischen BMW und Brilliance oder Daimler und BYD lernen und sich künftig mit einer breiteren Strategie aufstellen.

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Laut CAM müssen die deutschen Autobauer bei der Elektromobilität noch einige Defizite aufholen. Spätestens in zwei bis drei Jahren müssten sie die Innovations- und Marktführerschaft bei der Elektromobilität erreichen“, sagt Studienleiter Bratzel. Einerseits, um die preisliche Hochpositionierung der deutschen (Premium-)Marken durch ein Technologieführer-Image aufrechterhalten zu können, andererseits, um vom erwarteten Markthochlauf der E-Mobilität ab Ende der 2010er Jahre profitieren zu können.

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