26.04.2010 | Redakteur: Gerd Steiler

Ford bringt im kommenden Jahr mit dem Transit Connect Electric sein erstes batteriebetriebenes Elektrofahrzeug auf den deutschen Markt. In Nordamerika wird Fords Elektro-Transporter bereits in diesem Jahr zu haben sein, wie der Hersteller am Montag in Köln mitteilte. 2012 wird Ford den Angaben zufolge mit dem Focus Electric seinen ersten batterieelektrischen Pkw in Deutschland anbieten. Ein Jahr später dann sollen zwei komplett neue Modelle mit Benzin-Hybrid-Antrieb und ein Plug-in-Hybrid an den Verkaufsstart gehen.
„Der Elektroantrieb zählt zu den wichtigstenen Schritten auf unserem Weg zu einer effizienteren und nachhaltigeren, gleichwohl aber auch alltagstauglichen und für unsere Kunden bezahlbaren Mobilität“, erklärt Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes mit Blick auf den „Elektromobilitätsgipfel“, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel hochrangige Repräsentanten aus Automobilindustrie, Energiewirtschaft und Wissenschaft für den 3. Mai 2010 nach Berlin eingeladen hat.
Mattes spricht sich in diesem Zusammenhang für staatliche Unterstützungsmaßnahmen aus: „Wir brauchen eine Förderung in zwei Richtungen: Zum einen benötigen wir Hilfen bei der Entwicklung der Elektrofahrzeuge einschließlich der Batterie-Technologie und der Etablierung der entsprechenden Infrastruktur. Zum anderen wünschen wir uns finanzielle Anreize oder eine direkte Förderung zum Kauf der Fahrzeuge, um dieser Technologie zum Marktdurchbruch zu verhelfen“.
Laut Mattes will Ford seinen CO2-„Fußabdruck“ global auf ein Minimum verringern und habe sich dabei das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen seiner neuen Modelle in Europa und den USA bis 2020 gegenüber dem Stand des Modelljahrgangs 2006 um 30 Prozent zu verringern. Ein wichtiger, aber keineswegs der einzige Baustein sei dabei das Elektrofahrzeug.
Zur Erprobung und Weiterentwicklung seiner Elektro-Autos hat Ford zusammen mit dem Energieversorger RheinEnergie AG, der Stadt Köln und der Universität Duisburg-Essen das Projekt „colognE-mobil“ aufgesetzt. Im Rahmen dieses Projekts läuft derzeit ein Feldversuch unter dem Motto „City-LOgistik“, bei dem im Kölner Stadtgebiet zehn als Liefer- und Verteilerfahrzeuge eingesetzte E-Transits unter Alltagsbedingungen erprobt werden. Getestet werden unter anderem die Dauerhaltbarkeit der Batterien, Lade- und Entladezyklen bei der täglichen Fahrzeugnutzung sowie die öffentliche Akzeptanz der Elektroautos und der Ladestationen. In einer zweiten Projektphase sollen ab 2011 weitere 15 Elektro-Fahrzeuge hinzukommen.
Der „colognE-mobil“-Feldversuch wird vom Bundesverkehrsministerium mit rund 7,5 Millionen Euro gefördert. Der Großversuch innerhalb der NRW-„Modellregion Rhein-Ruhr“ ist Bestandteil des vom Bundesverkehrsministeriums aufgesetzten „Nationalen Entwicklungsplans für Elektromobilität“, an dem bundesweit insgesamt acht Modellregionen beteiligt sind. Ziel dieses von der Bundesregierung initiierten Großprojekts ist es, dass bis 2020 eine Million E-Mobile auf Deutschlands Strassen fahren.
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