KBA billigt VW-Maßnahmen an Skandal-Motoren

Lösungen für betroffene 1,6- und 2-Liter-Diesel bestätigt

| Autor: cs/gr/dpa

Der Einbau eines sogenannten Strömungstransformators soll ausreichen, um die vom Abgas-Skandal betroffenen VW-Motoren sauber zu machen.
Der Einbau eines sogenannten Strömungstransformators soll ausreichen, um die vom Abgas-Skandal betroffenen VW-Motoren sauber zu machen. (Foto: Volkswagen)

Volkswagen kommt bei der Aufarbeitung des Abgas-Skandals ein Stück voran. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte, hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) die von VW vorgestellten technischen Maßnahmen zur Nachrüstung der rund 8,2 Millionen in Europa betroffenen EA-189-Motoren mit 1,6- und 2-Liter Hubraum „nach intensiver Begutachtung “ abgesegnet.

Eine Lösung für den 1,2-Liter-Dieselmotor soll der Behörde Ende des Monats präsentiert werden. Laut Volkswagen wird die finale technische Lösung „voraussichtlich ein Software-Update umfassen“. Bestätigt ist zudem, dass Software-Updates für die 2-Liter-Aggregate ausreichen. Die reine Arbeitszeit für die Maßnahme beziffert der Konzern auf rund eine halbe Stunde.

Mehr Aufwand ist bei den 1,6-Liter-Dieselmodellen nötig. Direkt vor dem Luftmassenmesser wird ein sogenannter Strömungstransformator befestigt. Dieses Gitternetz soll den Luftstrom beruhigen und so die Messgenauigkeit des Luftmassenmessers verbessern. Dieser ermittelt die aktuell durchgesetzte Luftmasse. Daneben wird auch für diese Motoren ein Software-Update fällig. Laut Volkswagen soll die reine Umsetzung der technischen Maßnahmen weniger als eine Stunde dauern.

Nach der Umsetzung der jeweiligen technischen Maßnahmen erfüllen die Fahrzeuge laut Volkswagen „die jeweils gültigen Abgasnormen“. Dabei sorgen die Softwareupdates für eine optimierte Gemischbildung. Die Ingenieure hätten die Grenzwerte über eine Verbesserung der Verbrennung erreicht, nicht über die Abgasnachbehandlung, ergänzte ein VW-Sprecher gegenüber dem Verbraucher-Portal „Motortalk.de“.

In den vergangenen zehn Jahren habe sich technisch viel getan, deshalb sei eine derartig einfache Lösung heute möglich, sagte Konzernsprecher Hans-Gerd Bode der „DPA“. Dass die Manipulationen bei den Abgaswerten durch eine so einfache und vermutlich auch relativ kostengünstige Lösung verhindert werden könnten, habe in der Vergangenheit niemand wissen können. So gesehen sei der Skandal, der VW Mitte September in eine tiefe Krise stürzte, umso tragischer, sagte der Sprecher.

Der Bundesverband Umwelt und Naturschutz in Deutschland bezweifelte jedoch umgehend, ob Veränderungen bei Luftgittern und Anpassungen bei der Software ausreichend seien, um die Stickoxidwerte auch unter normalen Betriebsbedingungen auf der Straße zu reduzieren.

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