Neues Getriebe: Kugeln statt Zahnräder

Continental-Lizenz für neuartiges Stufenlosgetriebe

| Autor: Jan Rosenow

Einfacher Aufbau: das Nuvinci-CVT von Fallbrook.
Einfacher Aufbau: das Nuvinci-CVT von Fallbrook. (Quelle: Fallbrook)

Dass sich ein neues Getriebekonzept in der Automobilindustrie etablieren kann, kommt nur alle paar Jahrzehnte vor. Nun versucht es mit Continental ein großer Player der Zulieferszene, der aber bisher nicht als Getriebespezialist aufgefallen ist. Continental hat bei dem amerikanischen Unternehmen Fallbrook Technologies die Lizenz für die Nuvinci-Technik übernommen – ein stufenloses Planetengetriebe mit rotierenden Kugeln anstelle der Planetenräder. Bei dieser Konstruktion ermöglicht die Drehung der Kugelachsen eine kontinuierliche Veränderung des Übersetzungsverhältnisses.

„Die Kooperation mit Fallbrook eröffnet uns die Möglichkeit, unser Geschäft im Bereich der individuellen urbanen Mobilität auszubauen“, sagte Rudolf Stark, Leiter des Powertrain-Geschäftsbereichs Transmission. „Ziel der Zusammenarbeit ist es, auf Basis dieses stufenlosen Automatikgetriebes neue elektromechanische Antriebslösungen für den innerstädtischen Individualverkehr zu entwickeln.“

Nuvinci: Vom Fahrrad bis zum Lkw

Das Nuvinci-Getriebe wird in der Fahrradindustrie bereits serienmäßig verwendet. Nach Angaben der Entwickler eignet es sich aber auch für Anwendungen im Pkw, in Nutzfahrzeugen, Arbeitsmaschinen und motorisierten Zweirädern.

Die Funktion beruht auf kreisförmig angeordneten, rotierenden Kugeln, die sich zwischen den ringförmigen Eingangs- und Ausgangskomponenten des Getriebes befinden. Das Schwenken der Kugeln verändert deren Kontaktdurchmesser und damit das Übersetzungsverhältnis. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Traktionsfluid. Genaue Angaben über die Spreizung, die mit dieser Bauart möglich ist – also das Verhältnis zwischen der größten und der kleinsten Übersetzung – macht Fallbrook nicht. Für Fahrräder gibt es Varianten mit einer Spreizung von 3,3 oder 3,8. Heutige automobiltaugliche CVT wie das Modell CVT 7 von Jatco erreichen Werte bis 7,3.

Typisch für stufenlose Getriebe ist der Zielkonflikt zwischen möglichst hoher Spreizung und großer Drehmomentkapazität – beides gleichzeitig geht nämlich nicht. Wahrscheinlich hat Continental mit seiner Nuvinci-Lizenz deshalb zuerst Fahrzeuge für den innerstädtischen Verkehr im Blick – also kleinere Elektromobile.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43759723 / Technik)

Plus-Fachartikel

Autonomes Fahren: Vernetzte Teamarbeit

Autonomes Fahren: Vernetzte Teamarbeit

Zukünftige Fahrzeuge werden intensiv miteinander kommunizieren – und dabei nicht konkurrieren, sondern kooperieren. Das verändert den Verkehr, die Technik und letztlich auch die Aufgabenbereiche der Werkstätten. lesen

Elektroantriebe: Ein spannendes Feld

Elektroantriebe: Ein spannendes Feld

Elektromotoren sind im Vergleich zu Verbrennungsmotoren sehr einfach aufgebaut. Doch auch bei ihnen gibt es eine Reihe verschiedener Bauarten mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. Welche Bauarten sind in Pkws überhaupt üblich? lesen