Keyless Go: Diebe können Signale abfangen

Reichweitenverstärker lassen sich günstig nachbauen

| Autor: Andreas Wehner

Autos, die sich schlüssellos öffnen oder starten lassen, bergen ein höheres Diebstahlrisiko.
Autos, die sich schlüssellos öffnen oder starten lassen, bergen ein höheres Diebstahlrisiko. (Foto: Ford)

Autos mit schlüssellosen Zugangssystemen sind für Kriminelle offenbar leicht zu knacken. Die Zeitschrift „Auto Bild“ hat zehn Fahrzeuge verschiedener Hersteller überprüft. Das Ergebnis: Fast alle Modelle ließen sich problemlos knacken – ohne dass etwas kaputt geht oder ein Nachschlüssel zum Einsatz kommt. Mehr als 100 Fälle seien bekannt, in denen Autos auf diese Weise gestohlen wurden, berichtet „Auto Bild“.

Die Zeitschrift testete zehn Modelle von Audi, BMW, Ford, Kia, Mazda, Mercedes, Range Rover, Renault, Volvo und VW. Zum Einsatz kam ein Funkreichweitenverlängerer, den sonst Geheimdienste nutzen. Dieser befindet sich in zwei Taschen. Eine Tasche wird nahe dem Schlüssel platziert und verlängert das Signal, die zweite steht neben dem Auto und fängt das Signal auf.

Bei fast allen Modellen ergab sich dem Bericht zufolge sich dasselbe Bild: Nach ein paar Sekunden öffneten sich Autotüren, die Motoren starteten. Allein das Mercedes-C-300-Coupé blieb standhaft, da der Startknopf mitsamt Empfänger abnehmbar ist und der Wagen zudem auf einer eher seltenen Frequenz sendet und empfängt. Außerdem ist das Modell nur mit Keyless-Start ausgerüstet, die Tür öffnet sich per Knopfdruck auf den Schlüssel.

Um Autos auf diese Weise zu stehlen, braucht man keinen professionellen Reichweitenverstärker, der rund 35.000 Euro kostet. Laut „Auto Bild“ lassen sich die Geräte für weniger als 100 Euro nachbauen.

Einen Schutz dagegen gibt es derzeit kaum. Wer auf Nummer sicher gehen will, umwickelt den Schlüssel mit Alufolie oder legt ihn in eine Metalldose. Auch ein Kühlschrank bietet eine sichere Lagerungsmöglichkeit. Das Metall verhindert, dass das Signal abgefangen werden kann.

Die Hersteller haben derzeit offenbar keine Lösung für das Problem. Es seien keine Maßnahmen verfügbar, die ein derartiges Öffnen verhindern können, teilte beispielsweise Ford gegenüber „Auto Bild“ mit. VW und Audi sprechen von einem Wettlauf zwischen Dieben und Herstellern. Andere verweisen darauf, das schlüssellose Zugangssystem deaktivieren zu lassen.

»kfz-betrieb« hat mit verschiedenen Zulieferern Kontakt aufgenommen, die entsprechende Systeme herstellen und wird in einer der kommenden Ausgaben über das Thema berichten.

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