Benziner und Hybride versagen im Abgas-Test

Verbraucherschützer hatten 300 Autos getestet

| Autor: Christoph Seyerlein

(Foto: WS-Design - Fotolia)

95 Prozent aller Diesel-Autos stoßen unter realen Fahrbedingungen mehr Stickoxide aus als erlaubt. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die britische Verbraucherschutz-Organisation Consumers' Association. Seit 2012 hatte diese 300 Autos auf ihre tatsächlichen Emissionen getestet. 38 der geprüften Autos erreichten nach Angaben der Organisation nicht einmal die Euro-1-Norm aus dem Jahr 1993. Auch viele Benziner und ein Hybrid-Auto schnitten schlecht ab.

Das schlechteste Zeugnis stellte die Organisation dem Jeep Grand Cherokee aus. Beim US-SUV stellten die Tester einen 15-mal höheren Ausstoß fest, als nach der Euro-5-Norm zulässig wäre. Mit Blick auf einige der getesteten Selbstzünder sprechen die Verbraucherschützer von „Stickoxid-Fabriken auf vier Rädern“. Zwischen den offiziellen und realen Emissionswerten täten sich regelrechte Abgründe auf. Lediglich sieben der 153 geprüften Diesel-Modelle hätten die gesetzlichen Limits unterschritten.

Auch Benziner verfehlen die Normwerte

Probleme mit den Normen haben laut Counsumers' Association aber nicht nur Diesel-Fahrzeuge. Auch jeder zehnte Benziner kam auf einen überhöhten NOx-Ausstoß. Die schlechtesten Werte hatte der Mercedes SL mit 3,5-Liter Motor aus dem Baujahr 2012. Er stößt der Untersuchung zufolge mehr als dreimal so viel Stickoxid aus wie erlaubt. Deutlich mehr Benziner haben aber vor allem mit den Kohlenstoffmonoxid-Emissionen zu kämpfen. Rund 65 Prozent der getesteten Modelle konnten den Testern zufolge die Norm-Werte nicht einhalten.

Wenig schmeichelhaft fiel das Ergebnis der Tests auch für Peugeot aus. Der Diesel-Hybrid 508 RXH stieß ebenfalls mehr Stickoxide aus als in den offiziellen Tests erlaubt. Bei den Benziner-Hybriden stellten die Verbraucherschützer eigenen Angaben zufolge bei einigen Modelle überhöhte Kohlenmonoxid-Werte fest.

VW-Fahrzeuge fallen gemäß den Ergebnislisten nicht als die größten Verschmutzer auf. Ein positives Zeugnis stellt die Verbraucherschutz-Organisation den Wolfsburgern dennoch nicht aus. Sie nahm aufgrund des Manipulations-Skandals Kaufempfehlungen für 23 VW-Modelle zurück.

Die Schuld an der Situation suchen die Autoren allerdings in erster Linie nicht bei den Herstellern. Vielmehr seien die Testverfahren dafür verantwortlich. Prüfvorgänge wie etwa der NEFZ-Zyklus seien nicht mehr zeitgemäß.

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