ADAC-Sommerreifentest: Viel gutes dabei

Die große Mehrheit der Reifen ist gut bis befriedigend

| Autor: Jan Rosenow

Wichtigstes Testkriterium im ADAC-Reifentest ist das Nässeverhalten.
Wichtigstes Testkriterium im ADAC-Reifentest ist das Nässeverhalten. (Foto: ISP-Grube.de)

Der diesjährige Sommerreifentest des ADAC wirft fast schon die Frage auf, weshalb man überhaupt noch testen muss: Von den 32 getesteten Modellen schnitten elf mit „gut“ ab, 18 mit „befriedigend“. Lediglich zwei Produkte erhielten ein „Ausreichend“ und eines ein „Mangelhaft“. Diese Gesamtnoten errechnen sich aus den Einzelbewertungen in den Kategorien Verschleiß, Kraftstoffverbrauch, Geräusch und Verhalten auf trockener bzw. nasser Fahrbahn.

Wie so oft war für die mit „befriedigend“ beurteilten Reifen in fast allen Fällen die schwächere Leistung auf nasser Fahrbahn der Grund für die Abwertung. Die Hersteller kämpfen bei der Entwicklung neuer Pneus immer mit einem Zielkonflikt: Ein gutes Nässeverhalten geht zu Lasten meist aller anderen Leistungsmerkmale und umgekehrt. Konkret: Tiefe Längsrillen im Reifen verhindern ein Aufschwimmen des Fahrzeugs bei Nässe, beeinträchtigen jedoch die Kurvenstabilität auf trockener Fahrbahn. „Im Ergebnis entwickeln die Hersteller ausgewogene Reifen ohne Spitzen in den einzelnen Kriterien – mit einer erfreulichen Qualitätssteigerung insgesamt über die Jahre hinweg“, sagte ADAC-Projektleiter Daniel Bott.

Die Ergebisse des ADAC-Sommerreifentests 2016: Dimension 224/45 R 17.
Die Ergebisse des ADAC-Sommerreifentests 2016: Dimension 224/45 R 17. (Quelle: ADAC)

Im Test standen zwei Dimensionen: ein sportlicher 225/45 R 17 und ein 185/65 R 15 für Klein- und Kompaktwagen. Die Wertung in der großen Größe entschied der Conti Sportcontact 5 für sich. Die Note „gut“ sicherten sich ebenfalls der ESA-Tecar Spirit 5 UHP, der Pirelli P zero und der Vredestein Ultrac Vorti.

Bei den 185ern schafften gleich sieben Reifen die Bestnote „gut“. Ein „Sehr gut“ ist beim ADAC nur schwer zu erreichen, weil die Bewertung der Nässeeigenschaften mit dem größten Anteil (40 Prozent) in die Gesamtnote eingeht und der Club an dieses Kriterium zudem hohe Anforderungen stellt.

Nankang kombiniert schlechten Nassgrip mit hohem Rollwiderstand

Die Ergebisse des ADAC-Sommerreifentests 2016: Dimension 185/65 R 15
Die Ergebisse des ADAC-Sommerreifentests 2016: Dimension 185/65 R 15 (Quelle: ADAC)

Wie man den Zielkonflikt zwischen niedrigem Rollwiderstand und guter Haftung auf nasser Straße auf überraschende Weise auflösen kann – nämlich mit Nachteilen auf beiden Gebieten –, zeigte in der Kleinwagen-Dimension der Nankang Green-Sport-Eco2+: Er wies neben dem höchsten Kraftstoffverbrauch eine schwache Leistung auf Nässe auf, die zum Urteil „ausreichend“ führte. Der GT Radials Champiro VP1 schnitt noch schlechter ab: Er zeigte schon auf trockener Fahrbahn deutliche Schwächen, auf nasser Fahrbahn war der Reifen nicht wettbewerbsfähig, weshalb er als einziger ein „Mangelhaft“ erhielt.

Schlusslicht in der größeren Dimension ist der Maxxis Victra Sport VS01, der wegen unbefriedigender Eigenschaften auf nasser Fahrbahn (und hier aufgrund schlechter Seitenführung) mit einem „Ausreichend“ bewertet wird.

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