Tesla liegt im Clinch mit deutschen Mitarbeitern

Streit um Bezahlung beim Zulieferer Grohmann

| Autor: dpa

(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Tesla-Chef Elon Musk regiert in seinen Unternehmen gerne durch. Doch damit stößt er in der alten Welt auf Widerstand. Das spürt der Unternehmer derzeit in Deutschland, wo Tesla Ende 2016 den Autozulieferer Grohmann mit Sitz in Prüm übernommen hatte. Die Gewerkschaft IG Metall forderte dort die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Firma mit 680 Beschäftigten und drohte mit Streiks.

Der Streik könnte zunächst ausfallen, denn der Tesla-Chef gab eine Jobgarantie für die Mitarbeiter des Autozulieferers. Die Firma spiele eine wichtige Rolle für die Zukunft des Elektroauto-Herstellers. Sowohl die Belegschaft als auch die Produktion am Grohmann-Sitz in Prüm in Rheinland-Pfalz sollen ausgebaut werden, schrieb Musk in einem Brief an die Mitarbeiter, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ am Dienstag erfuhr.

„Aus all diesen Gründen möchte ich unmissverständlich jedermann bei Tesla Grohmann versichern, dass wir nicht auf absehbare Zeit, und ganz sicher nicht in den nächsten fünf Jahren einen Personalabbau durchführen oder betriebsbedingte Kündigungen aussprechen werden“, heißt es darin. „Auch nach diesen fünf Jahren erwarten wir weiteres Wachstum bei Tesla Grohmann und keinen Personalabbau.“

Grohmann aus Prüm in Rheinland-Pfalz baut automatisierte Maschinen für die Fahrzeugproduktion. Für Tesla sind die Anlagen unter anderem bei der Fertigung des Volumen-Modells Model 3 wichtig, die im Sommer anlaufen soll. Derzeit liege das Lohnniveau um etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Tarifgehalt, sagte Betriebsratschef Uwe Herzig der Zeitung. Tesla bietet 150 Euro im Monat mehr.

Musk erklärte in seinem Brief zudem, jeder Grohmann-Mitarbeiter solle zudem Tesla-Aktien im Wert von 10.000 US-Dollar erhalten, die vierteljährlich über die nächsten vier Jahre ausgeschüttet würden, sowie einen sofortigen Bonus über 1.000 Euro in bar.

Es solle nun Gespräche mit dem Betriebsrat geben, „um sicherzustellen, dass die Vergütung jedes einzelnen Mitarbeiters wettbewerbsfähig ist“, heißt es in dem Brief. „Jeder Tesla-Grohmann-Mitarbeiter werde die Chance haben, mit Gehalt und Aktienanteilen deutlich mehr zu verdienen „als es in der Branche und relativ zu den Lebenshaltungskosten in Prüm üblich ist“.

Zugleich griff der Tesla-Chef die IG Metall an. Alles bei Tesla diene der Mission, den Übergang zu nachhaltiger Energie zu beschleunigen, „und ich glaube nicht, dass die IG Metall unsere Mission teilt“, schrieb er.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44645374 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Start-Up im Stadtzentrum: In der Innenstadt zu Hause

Start-Up im Stadtzentrum: In der Innenstadt zu Hause

Inmitten von Freiburg hat Heiko Ehret 2014 ein alteingesessenes Mercedes-Autohaus erworben. Da er seit 2017 keine Neuwagen mehr vermitteln darf, rückt die Werkstattleistung jetzt noch stärker in den Fokus – den Kunden gefällt’s. lesen

Umfrage „Innenstadt“: Planfeststellungsverfahren

Umfrage „Innenstadt“: Planfeststellungsverfahren

Von Audi bis Volvo – eine Markenpräsenz in oder nahe den Fußgängerzonen deutscher Großstädte wird derzeit sehr unterschiedlich bewertet. Manch ein Fabrikat hat keinen Plan, andere sind zumindest zeitweise schon mittendrin in der Stadt. lesen