Ubers Nummer zwei schmeißt hin

Neue Turbulenzen beim Fahrdienst-Vermittler

| Autor: dpa

(Bild: Uber launch Party / 5chw4r7z / CC BY-SA 2.0)

Die Turbulenzen beim Fahrdienst-Vermittler Uber vertreiben einen Hoffnungsträger aus der Chefetage: Die Nummer zwei hinter Chef Travis Kalanick verlässt das Unternehmen nach weniger als einem Jahr. Der Top-Manager Jeff Jones, der auf dem Posten eines Präsidenten unter anderem für die Entwicklung von Mitfahrangeboten zuständig war, zeigte sich zum Abgang verärgert.

„Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe“, erklärte Jones dem Tech-Blog „Recode“ am Sonntag (Ortszeit). Er kam zum umstrittenen Fahrdienst-Vermittler vom US-Handelsgiganten Target, dort hatte er zuvor als Marketingchef gearbeitet.

Kalanick versuchte im Gegenzug, eine Verbindung herzustellen zwischen dem Abgang von Jones und seiner Suche nach einer rechten Hand auf einem neu geschaffenen Geschäftsführer-Posten. Nach dieser Ankündigung „kam Jeff zu der schweren Entscheidung, dass er seine Zukunft nicht bei Uber sieht“, schrieb der Gründer und Chef in einer unter anderem von Bloomberg veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter.

Uber geriet zuletzt in den Mittelpunkt mehreren Kontroversen. Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber in einer Klage den Einsatz von Technologie vor, die ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen habe. Eine ehemalige Software-Entwicklerin beschrieb eine von Frauen-Diskriminierung geprägte Unternehmenskultur. Und Kalanick selbst geriet in die Kritik nach einem auf Video aufgezeichneten Streit mit einem Uber-Fahrer. Danach kündigte er an, einen Top-Manager für das Tagesgeschäft zu suchen, weil er als Manager selbst noch reifen müsse.

Kalanick vor Rückzug?

Die BBC berichtete am Montag unter Berufung auf zwei informierte Quellen bei Uber, Kalanick könne sich vom Chefposten zurückziehen, sobald der neue Zuständige für das operative Geschäft gefunden sei. Kalanick gilt als treibende Kraft hinter der globalen Expansion von Uber - aber auch als polarisierender und aggressiver Manager.

Unterdessen verlässt am Monatsende mit dem Chef der Karten-Entwicklung und der Business-Plattform Brian McClendon noch ein Top-Manager Uber. Er gehe aber ohne böses Blut und wolle in die Politik in seiner Heimat Kansas einsteigen, berichtete die „New York Times“. Seit Jahresbeginn sind schon mehrere profilierte Manager weg, unter anderem Produktchef Ed Baker, Raffi Krikorian aus dem Roboterwagen-Bereich sowie der Top-Entwickler Amit Singhal, weil der Uber den Vorwurf sexueller Belästigung bei seinem vorherigen Arbeitgeber Google verschwiegen hatte.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44584857 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Volkswagen Analytics: Daten sinnvoll nutzen

Volkswagen Analytics: Daten sinnvoll nutzen

Informationen über Kunden und Fahrzeuge sind in den Händlerbetrieben und bei den Herstellern reichlich vorhanden. Vernetzt lassen sie sich gut dafür nutzen, den Kunden zukünftig noch qualifizierter zu bedienen. lesen

Social Media Guidelines: Regeln für Facebook und Co.

Social Media Guidelines: Regeln für Facebook und Co.

Schnell können Autohäuser in sozialen Netzwerken in ungünstigem Licht dastehen – etwa dann, wenn sich Mitarbeiter online unbedacht oder ausfällig äußern. Richtlinien für Social Media können Sensibilität wecken und als Handlungsrahmen dienen. lesen