Versicherer heizen Wettbewerb im Service an

Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Bruchsal

| Autor: Holger Zietz

Zeigt Flagge: Birgit Leicht, Obermeisterin der Kfz-Innung Bruchsal.
Zeigt Flagge: Birgit Leicht, Obermeisterin der Kfz-Innung Bruchsal. (Bild: VBM-Archiv)

Die Kfz-Werkstätten in und um Bruchsal müssen sich auf einen noch stärkeren Wettbewerb einstellen. Nachdem der Verkehrsclub ADAC seine Werkstattpläne aufgegeben hat, wittern Versicherungsunternehmen ihre Chance. Die HUK Coburg wolle ein Stück vom Kuchen im Servicegeschäft abbekommen, warnte Obermeisterin Birgit Leicht bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Bruchsal.

Noch befindet sich die HUK Coburg mit ihren Plänen erst im Aufbau und sucht nach Partnern für ein bundesweites Werkstattnetz. Am Ende sollen es rund 1.400 Partnerwerkstätten sein. „Das Zahl ist noch gering“, so Leicht. Aber die Entwicklung sei nicht zu ignorieren. Getreu dem Motto „Wehret den Anfängen“ zeigte sie den Zuhörern die Folgen der Pläne auf.

Die HUK Coburg stellt an ihre Partnerbetriebe hohe Ansprüche – nicht einmalig für die Aufnahme ins Werkstattnetz, sondern laufend. Ihren Kunden verspricht die Versicherung, die Qualität der Reparaturen ständig zu kontrollieren. „Das sind Kosten, die natürlich von den Partnerbetrieben getragen werden müssen“, stellt Leicht klar.

Und nicht nur das: Der Versicherer ist nicht für eine großzügige Entlohnung der Werkstätten bekannt. Stattdessen dürften auf die Partnerbetriebe geringere Erlöse zukommen. Leicht warnt vor den Auswirkungen auf die gesamte Branche: „Das könnte zu einer neuen Form der Rabattschlacht im Service werden.“

Die Obermeisterin gibt den Meisterbetrieben eine klare Empfehlung: „Lassen Sie sich nicht auf eine Partnerschaft mit der HUK Coburg ein.“ Auch ohne zunehmenden Druck durch neue Marktteilnehmer sei der Konkurrenzkampf in Baden-Württemberg bereits groß. Dies zeigt sich beispielsweise bei den Stundenverrechnungssätzen. Der Landesdurchschnitt ist laut Leicht in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen.

Leicht empfiehlt den Betrieben, einen anderen Weg zu gehen: Qualität und Zuverlässigkeit zahlten sich bei den Kunden aus. Das Meisterschild und die blauen Fahnen gehörten in den Betrieben an eine prominente Stelle. Das schaffe Vertrauen. „Der Kunde muss sehen, dass der Betrieb zu einer Organisation gehört, in der man Wert auf Qualität legt“, sagte die Obermeisterin. Dies solle das Unternehmen sowohl nach innen als auch nach außen klar zum Ausdruck bringen.

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