Innung Stuttgart: Mit Spaß den Vorsprung halten

Kfz-Innung Region Stuttgart veranstaltet Regionaltagung

| Autor: Timo Schulz

ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos bei der Regionaltagung 2016 der Kfz-Innung Region Stuttgart.
ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos bei der Regionaltagung 2016 der Kfz-Innung Region Stuttgart. (Foto: Innung)

Das Kfz-Gewerbe liegt vorn, aber der Vorsprung muss gehalten werden: „Die Zukunft unserer rund 1.000 Betriebe mit 12.000 Beschäftigten und rund 2.000 Azubis hängt nicht nur davon ab, dass die Hersteller technisch hochwertige und immer schadstoffärmere Fahrzeuge liefern“, sagte Obermeister Torsten Treiber bei der Regionaltagung der Innung Region Stuttgart. „Sie hängt auch davon ab, dass wir alle Geschäftsfelder nutzen und den entsprechenden Nachwuchs finden.“

Spaß daran haben, den Vorsprung zu halten und auszubauen, war der rote Faden, der sich durch die drei Zukunftsthemen der Tagung zog: Azubis, Service und Mehrmarkendiagnose. Die Azubis wollen Spaß an der Arbeit haben, sagte Peter Martin Thomas, Leiter der Sinus-Akademie. Den Kunden muss der Service Spaß machen, beschrieb Sabine Hübner den Dreh- und Angelpunkt eines jeden Kundenkontakts mit dem Kfz-Betrieb. Dafür, dass in den Werkstätten der Spaß an der Arbeit steigt, sorgt eine Eigenentwicklung des Kfz-Gewerbes: ein Diagnosesystem, mit dem sich ab Juni die Fahrzeuge von fünf Herstellern nach Herstellervorschrift warten lassen. Für Geschäftsführer Christian Reher „genau das, was unsere Betriebe im Wettbewerb brauchen“.

Fünf Hersteller, zehn Marken, ein Diagnosecomputer – in Zeiten des Dieselskandals eine technische Errungenschaft, die eine größere Reichweite hat als zu Beginn des Projekts gedacht. Kern des Mehrmarken-Diagnosegerätes Euro-DFT ist eine Software, die es schafft, die verschiedenen Herstellerwartungssysteme auf einem Computer laufen zu lassen. Wie das geht, zeigte ZDK-Geschäftsführer Neofitos Arathymos. Dass es geht, weiß er aus dem Feldversuch in Autohäusern: „Von denen, die es schon haben, will keiner das Gerät zurückgeben.“

Spaß bei der Regionaltagung: (v. li.) Peter Martin Thomas (Sinus-Akademie), Torsten Treiber (Kfz-Innung Region Stuttgart), Serviceexpertin Sabine Hübner, Neofitos Arathymos (ZDK), Christian Reher (Kfz-Innung Region Stuttgart).
Spaß bei der Regionaltagung: (v. li.) Peter Martin Thomas (Sinus-Akademie), Torsten Treiber (Kfz-Innung Region Stuttgart), Serviceexpertin Sabine Hübner, Neofitos Arathymos (ZDK), Christian Reher (Kfz-Innung Region Stuttgart). (Foto: Innung)

Das Potenzial, das in der Mehrmarkendiagnose steckt, ist dabei noch gar nicht so richtig abzuschätzen: „Für Freie Werkstätten ist ein freier Zugang überlebenswichtig, für markengebundene aber auch“, sagt Torsten Treiber und verweist auf die Diskussion, wem die Daten im Auto eigentlich gehören. In der Werkstatt ergeben sich Optimierungsmöglichkeiten, sagt Neofitos Arathymos mit Blick auf die Ersatzteilbeschaffung.

Und im Service auch: Was wiederum hilft, die Servicequalität zu erreichen, die Sabine Hübner im Blick hat. Unter der Überschrift „Wie Kunden glücklich und Unternehmen erfolgreich werden“ rät sie dazu, die Servicekontakte mit dem Kunden für diese zu einem Erlebnis zu machen. Denn der Ausgangspunkt für den Werkstattbesuch sei, dass der Kunde ins Autohaus kommen muss. „Aber der Kunde möchte das Gefühl haben, dass er eine Wahl hat.“

Die Dialogannahme mit vorgeschriebenem Ablauf gerät da eher zum abschreckenden Beispiel: „Bei neun von zehn Werkstattbesuchen will ich nicht ums Auto laufen, sondern lieber gefragt werden, ob ich einen Cappuccino möchte.“ Der Schlüssel zum Erfolg liegt aus Hübners Sicht darin, ein Gefühl für den Kunden zu entwickeln, „Empathie“, zu Deutsch Einfühlungsvermögen, das aus dem Werkstattbesuch ein angenehmes Erlebnis macht. Dazu müssen Kunde und Kundin sich aufgehoben fühlen.

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