VDIK-Abend - Night of the Proms

Branchentreff am Vorabend

05.04.2008 | Redakteur:

Mit dem traditionelle VDIK-Abend läutete der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller am Freitag Abend die AMI 2008 ein. "Lust auf das Auto, Lust auf die AMI und Lust auf den VDIK-Abend - das habe ich in den vergangenen Tagen in der Branche gespürt", sagte VDIK-Präsident Volker Lange anlässlich seiner Begrüßungsrede.

Es sei wohl diese Lust gewesen, die dafür gesorgt hätte, dass 96 Prozent aller Präsidenten, Geschäftsführer und Vorstände der Fahrzeugimporteure und Verbände den Weg nach Leipzig gefunden haben. Lange betonte aber auch, dass gerade dem Verbraucher in Deutschland die Lust am Automobil häufig genommen würde.

Er mahnte an, dass sowohl die Automobilbranche als auch der deutsche Bürger Kontinuität brauchten und keine "an persönliche Profilierung gebundene Umweltpolitik." Besonders nahm der VDIK-Präsident die gerade gescheiterte Gesetzesvorlage zu den so genannten E10-Kraftstoffen (Beimischung von Bioethanol) ins Visier. "Diese Gesetzesvorlage wurde nicht mit den maßgeblichen Verbänden und Vertretern der Automobilindustrie abgesprochen", sagte Lange. Somit habe sich der Umweltminister das Scheitern der Vorlage selbst zuzuschreiben.

Lange: Mobilität muss bezahlbar bleiben

"Mobilität ist Wirtschaftskraft - sie muss erhalten bleiben", führte Lange weiter aus. Aber sie müsse auch bezahlbar bleiben. Lange erklärte, dass die CO2-abhängige Kfz-Steuer dringend erforderlich sei. Damit hätte der Bürger die Gewissheit, ob sich die Anschaffung eines umweltfreundlichen Fahrzeugs lohnt. "Die Kaufunlust in Deutschland ist ein Ergebnis der Politik", resümierte Lange.

Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt erwiderte dem VDIK-Präsidenten, dass er gerne bereit wäre, die Kfz-Steuer gegen eine entsprechende Kompensation an den Bund abzutreten. Er begründete dies damit, dass sich Umweltpolitik auf Länderebene nicht vernünftig regeln ließe.

Tiefensee versucht die Wogen zu glätten

"Die Branche zeigt Grundoptimismus, es herrscht gute Stimmung" - mit diesen Worten versuchte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee die Wogen zu glätten, die VDIK-Präsident Volker Lange zuvor mit seiner aktuellen Politikschelte verursacht hatte. Er verstehe so manchen Unmut, doch die Kfz-Steuer zu modifizieren, sei kein einfaches Unterfangen.

Der eingeschlagene Politikweg laute: "Weg vom Hubraum, hin zur CO2-Bilanz". In Bezug auf künftige CO2-Regelungen kämpfe die Bundesregierung für die gesamte Branche. Die Bundesregierung fördere neue Energien und investiere allein 500 Millionen Euro in die Entwicklung von Brennstoffzelle & Co. "Die Bundesregierung ist ein verlässlicher Partner der Automobilindustrie", rief Tiefensee den rund 400 Teilnehmern des VDIKAbends zu.

Der Bundespolitiker zollte den Ausstellern der AMI hohen Respekt: "Es ist beeindruckend, was die 500 Aussteller 2008 in Leipzig präsentieren." Vom Klimaschutz bis hin zu Fahrzeugen jeglicher Art für den kleinen wie großen Geldbeutel stelle die Branche ihre Innovationskraft wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis.

Engagement der Autoindustrie gelobt

Tiefensee lobte das automobile Engagement der Autoindustrie in den neuen Ländern. Wurden 2006 noch 560 000 Fahrzeuge in Ostdeutschland produziert, waren es 2007 bereits 720 000 Autos. "Das ist eine gute Erfolgsstory!" Er sehe in gesellschaftspolitischer Hinsicht eine Bringschuld, in dieser Region Arbeitsplätze in der Industrie zu schaffen.

Dem automobilen Messestandort Leipzig bescheinigte er Bestnoten in puncto Organisation und Durchführung. Fünf Weltneuheiten und 100 Deutschlandpremieren unterstreichen für ihn die Bedeutung der wichtigsten deutschen Automesse des Jahres 2008. "Mes amis, bleiben Sie der AMI treu und entwickeln Sie sie weiter", schloss Tiefensee sein Loblied auf den Standort Leipzig.


Kommentar zum Beitrag schreiben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 0) | Fotos: Archiv

Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe
Der ZDK ist der Branchenverband und Dienstleister für die gut 39.100 Kfz-Betriebe in Deutschland. Zur ZDK-Homepage
Landesverbände des ZDK
Die Kontaktdaten zu den 14 Landesverbänden im Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe. Zur Adress-Übersicht
Innungen von A bis Z
Kontaktdaten zu den Innungen  und Kreishandwerkerschaften für die Kfz-Betriebe. Zur Adress-Übersicht
GVO: Online-Dossier zur Neuregelung
Die geänderten EU-Spielregeln
Die EU hat einen Paradigmenwechsel im Neuwagenhandel vollzogen. Was die neuen Bestimmungen besagen und was die Service-GVO bedeutet, zeigen Analysen von »kfz-betrieb« in Print und Online. Mehr