19.08.2009 | Redakteur: Christoph Baeuchle
Der vom Bundeskabinett beschlossene „Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität“ ist auf überwiegende positive Resonanz bei den betroffenen Verbänden und Unternehmen gestoßen. „Das Deutsche Kfz-Gewerbe begrüßt den Kabinettsbeschluss“, sagte eine ZDK-Sprecherin.
Noch suche der Kunde in den Ausstellungsräumen der bekannten Automobilmarken vergebens nach E-Mobilen. Experten arbeiteten mit Hochdruck am Thema Elektromobilität, aber der Weg zum praktikablen Elektroauto sei noch weit - und die geplante Förderung ein richtiger Schritt auf diesem Weg.
Der sparsame Umgang mit fossilen Energiequellen und nachhaltige Konzepte für die Gestaltung der Mobilität von morgen seien enorme Herausforderungen. „Für Staat, Industrie, Handel und jeden einzelnen Autofahrer“, sagte die ZDK-Sprecherin weiter. Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe stelle sich dieser Herausforderung. Nicht erst jetzt, denn die Kfz-Meisterbetriebe würden sich auf die Herausforderungen der Zukunft in diversen Schulungen und Fortbildungen vorbereiten.
Die Bundesregierung will die Entwicklung und Markteinführung des Elektro-Autos mit dem „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ voranbringen. Die Markteinführung für die ersten 100.000 E-Fahrzeuge soll 2012 über Kaufhilfen für die Autofahrer gestützt werden. Wie die Unterstützung konkret aussieht, soll die kommende Bundesregierung entscheiden.
Geht es nach den Plänen der Regierung sollen bis 2020 rund eine Million Elektro-Autos auf deutschen Straßen rollen. Im Entwicklungsplan sind dazu die Ziele für verschiedene Einzelaspekte wie Batterietechnologie, Netzintegration sowie der Marktvorbereitung und -einführung von Elektrofahrzeugen für die nächsten zehn Jahre festgeschrieben.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte die Pläne zur Förderung der Elektroautos. „Für den Innovationsstandort Deutschland ist die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität von großer Bedeutung“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Um die Technik in Zukunft für den breiten Massenmarkt tauglich zu machen, müssten alle Beteiligten an einem Strang ziehen.
Doch bis das Elektroauto den Alltag erobert, dürfte es noch ein Weilchen dauern. Entsprechend warnen Experten vor zu viel Euphorie. „Eine Revolution, die innerhalb kürzester Zeit unseren Verkehr auf Elektroantriebe umstellt, wird es nicht geben. Herkömmliche Antriebe werden auch in den kommenden Jahren das Rückgrat unserer Mobilität sein – ihr Effizienzpotenzial ist noch längst nicht ausgereizt“, sagte Thomas Hailer, Geschäftsführer des Deutschen Verkehrsforums in Berlin. Um Elektromobilität im Verkehrsalltag zu etablieren, sei ein langfristiger und umfassender Ansatz nötig.
Allerdings ist bereits jetzt ein großes Interesse der Verbraucher zu sehen. Einer Umfrage der Nürnberger Marktforschung Puls zufolge zögert derzeit jeder fünfte mögliche Autokäufer die Anschaffung eines Neuwagens hinaus, um auf Elektroautos zu warten. Generell glauben sechs von zehn Befragten, dass künftig elektrisch gefahren werde. 38 Prozent erwarten die breite Markteinführung von Elektrofahrzeugen noch vor 2015.
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) kritisiert den Plan allerdings als zu unkonkret. Statt gezielter Maßnahmen enthalte der Plan vor allem unverbindliche Absichtserklärungen. Werner Korn vom VCD-Bundesvorstand: „Die Bundesregierung weckt mit ihrem Entwicklungsplan falsche Erwartungen beim Verbraucher. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee spricht von einer Revolution, dabei gibt es heute noch kein einziges serienmäßiges Elektrofahrzeug zu kaufen.“
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