LV Niedersachsen-Bremen: Branche hofft auf März und April

Gesamtumsatz trotz guter Verkäufe nur leicht gewachsen

18.03.2010 | Redakteur: Christoph Baeuchle

Grund zu feiern beim Landesverband Niedersachsen-Bremen: Geschäftsführer Gerhard Hösel und Präsident Manfred Woltmann.

Der Landesverband Niedersachsen-Bremen blickt skeptisch in sein Jubiläumsjahr: Die Erwartungen im Autojahr 2010, seien gekennzeichnet von der Rückkehr in die automobile Realität, sagte LV-Präsident Manfred Woltmann.

Bereits der Jahresstart bereitet den Norddeutschen Schwierigkeiten. Die durchaus positiven Anzeichen aus dem Dezember für ein gutes Verkaufsgeschäft im Januar und Februar seien zu schnell verschwunden, so Woltmann. „Die Kauflust erstarrte im Wetter-Winter-Tief.“ Die Branche hoffe auf die traditionellen Automonate März und April.

Bei den Pkw-Neuzulassungen hält der Landesverband für Niedersachsen im laufenden Jahr zwischen 310.000 und 330.000 Einheiten für möglich. Im Gebrauchtwagenverkauf erwarte man ein vergleichbares Niveau wie 2009, hieß es. Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen erstmals mehr als eine Million neuer und gebrauchter Pkw verkauft. Allerdings stieg der Gesamtumsatz der Unternehmen nur moderat um knapp zwei Prozent auf 14 Milliarden Euro. Der Umsatz im Verkauf neuer Pkw ging dabei um 1,1 Prozent zurück.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in Bremen ab: Der Zuwachs im Pkw-Verkauf mit rund 2.400 Fahrzeugen auf mehr als 23.000 Einheiten hat sich vor allem in den kleinen Modellsegmenten niedergeschlagen. Auch bei Gebrauchten konnte der Fachhandel durch die Umweltprämie zulegen: Knapp 16.000 verkaufte Gebrauchtwagen haben im Markenhandel einen Umsatz von 200 Millionen Euro (plus 6,8 Prozent) generiert, der reine Gebrauchtwagenhandel habe 55,4 Millionen Euro (minus 2,5 Prozent) eingefahren. Insgesamt erzielten die 190 Unternehmen in Bremen und Bremerhaven mit dem Verkauf neuer und gebrauchter Pkw und Lkw sowie dem Service einen Umsatz von 1,034 Milliarden Euro.

Deutlich sinkende Neuwagenpreise

Ursächlich für den Umsatzrückgang im Neuwagengeschäft sei der „Preisrutsch nach unten“. Durchschnittlich seien 22.730 Euro für einen neuen Pkw ausgegeben worden. Dies seien rund 4.000 Euro weniger als ein Jahr zuvor. Dennoch hielten nach Darstellung Woltmanns die Kundenwünsche nach gut ausgestatteten Fahrzeugen an, allerdings in den kleineren Modellsegmenten. Dieser Trend werde anhalten.

Weitere Umsatzmöglichkeiten erhofft sich das Kfz-Gewerbe im Service: Glas- und Reifengeschäft, Smart-Repair und der Service für Old- und Youngtimer seien solche Bereiche. Im automobilen Glasgeschäft gebe es bundesweit jährlich rund 3,5 Millionen Schäden. Das Kfz-Gewerbe habe daran einen Anteil von derzeit 45 Prozent. Diesen wolle man ausbauen. Für Niedersachsen sei dies ein Servicemarkt von über 300.000 Glasschäden mit einem Volumen von etwa 400 Millionen Euro.

Keine Euphorie bei E-Mobilität

Hingegen bleibe man bei der Elektro-Mobilität „auf dem Boden der Tatsachen und sehe keine kurzfristigen Erfolge“. Der Verband lehne die derzeit diskutierten Subventionen für die E-Mobilität ab, denn diese Technologie brauche zuerst eine Infrastruktur und eine bezahlbare Nutzung.

Der Verband unterstützt alle Aktivitäten für die Elektromobilität und sei daher auch frühzeitig assoziiertes Mitglied in der Modellregion Oldenburg/Bremen geworden. In den Unternehmen sei im Service mit der Weiterbildung an Hochvoltanlagen die Voraussetzung bereits heute geschaffen.


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