30.03.2010 | Redakteur: Christoph Baeuchle
Im Rahmen einer großen Feier haben die Jungmeister des Zweiradmechaniker-Handwerks ihren Meisterbrief in Bad Camberg erhalten. Der Jahrgang 2009/10 umfasst insgesamt 42 Meisterschüler – 14 Teilnehmer der Fachrichtung Fahrrad und 28 Teilnehmer der Fachrichtung Motorrad.
Der Jahrgang war eine gut Mischung: Vom Oberst-Leutnant der Luftwaffe, der vom Phantom-Kampfflugzeug aufs Motorrad umstieg, bis zum Diplom-Kaufmann reichte die Vorbildung der Meisterschüler. Der älteste Jungmeister brachte es auf 53 Jahre: Wenn andere den leichten Weg wählen und einen Ausnahmeantrag zur Eintragung in die Handwerkerrolle stellen, wollte der zeigen was er kann. Mit Erfolg.
„Sie alle sind schon Persönlichkeiten des Handwerks, die bis zum heutigen Tag bereits sehr beachtliche Leistungen erbracht haben“, lobte Ernst Brehm. Der Bundesinnungsmeister sieht für alle Jungmeister gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, auch wenn sich die beiden Märkte auseinander entwickeln.
Während der Motorradmarkt seit Jahren rückläufig ist, kann der Fahrradmarkt überwiegend zulegen. Auch ohne Hersteller-Vertrag habe man gute Chancen, wenn man die richtige Mischung aus alternativen Produkten und Dienstleistungen finde, so Brehm. Wer mit Ehrgeiz und Ausdauer arbeite, könne die Höhen und Tiefen des Wirtschaftslebens gut meistern.
Den besten Beweis liefert die Wirtschafts- und Finanzkrise. Auch das Handwerk hat die wirtschaftliche Krise zu spüren bekommen, so Bernd Ehinger, Präsident des Hessischen Handwerkstags und Präsident der Handwerkskammer Rhein-Main, aber „das Handwerk hat sich relativ gut behauptet und wird es weiter tun“. Es biete vielmehr Lichtblicke für die Wirtschaft – nicht nur in Hessen sondern bundesweit.
Ehinger erinnerte die Jungmeister daran, dass der Meisterbrief nicht nur ihre Kompetenz bescheinige, sondern auch Verantwortung bedeute. Sie seien nun „Boschafter des Handwerks“, für das Fortbestehen des Wirtschaftszweiges sei es auch die Aufgabe, das Wissen weiterzugeben.
Um das Wissen an die Nachwuchskräfte weiterzugeben, ist allerdings auch die Unterstützung der Industrie notwendig. „Gerade die Bundesfachschule wäre nicht denkbar ohne die riesenhafte Menge von Fahrrädern, Motorrädern, Werkzeugen, Testgeräten und Lernmittel jeder Art“, betont Brehm. Allein in den vergangenen Monaten haben San Yang Deutschland acht Motorroller sowie Kawasaki und Harley-Davidson jeweils vier Motorräder zur Verfügung gestellt.
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