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Wachstumssignale fürs zweite Halbjahr

Kfz-Branche zeigt sich im Jahresverlauf sehr uneinheitlich

15.06.2010 | Autor: Christoph Baeuchle

Das Kfz-Gewerbe hat sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres sehr uneinheitlich entwickelt. „Neuwagen schwach, Gebrauchtwagen robust, Service stabil“, resümierte der Präsident des Deutschen Kraftfahrzeug-Gewerbes (ZDK), Robert Rademacher, auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der ZDK-Mitgliederversammlung in Nürnberg.

Optimistischer sind die Kfz-Betriebe für die zweite Jahreshälfte. Zwei Drittel der Betriebe rechnen von Juli bis September mit einer besseren oder gleich bleibenden Geschäftslage im Vergleich zu den drei Vormonaten. „Dies werte ich als ein ermutigendes Signal aus der Branche und einen Indikator, dass 2010 noch auf einem zumindest befriedigendem Niveau abschließen könnte, so Rademacher.

Allerdings spiegelt sich in den Antworten der Betriebe im aktuellen Geschäftsklimaindex eine gewisse Unsicherheit wider. Etwa die Hälfte der Betriebe rechnet mit einer guten oder befriedigenden Entwicklung der Auftragseingänge. Die andere Hälfte geht von einer eher schlechteren Entwicklung als im zweiten Quartal aus.

Auf jeden Fall muss der Absatz in den verbleibenden sieben Monaten des laufenden Jahres gut laufen, damit der vom ZDK prognostizierte Jahresabsatz von 2,7 bis 2,8 Millionen Neufahrzeugen erreicht wird. Bis Ende Mai wurde knapp 1,2 Millionen Pkw neu zugelassen, ein Minus von 27,7 Prozent zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Nachdenklich stimme, dass die Neuzulassungen sogar noch um 11,3 Prozent hinter den Werten des Normaljahres 2008 zurücklägen, das insgesamt drei Millionen Neuzulassungen brachte, so Rademacher.

Rückläufige Standzeiten der Gebrauchten

Während sich der Neuwagenabsatz schwach entwickelt hat, spricht der ZDK von einem robusten Gebrauchtwagengeschäft. Zwei Entwicklungen liegen dabei im Widerstreit. Einerseits ist im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Besitzumschreibungen in den ersten fünf Monaten gesunken. Mit 2,57 Millionen liegt sie um zwei Prozent unter dem Vergleichswert 2009.

Andererseits sind die Standzeiten der Gebrauchtfahrzeuge im Handel seit Januar kontinuierlich von durchschnittlich 110 Tagen auf inzwischen nur noch 94 Tage zurückgegangen. „Dies ist ein Indikator für ein tendenziell verbessertes Gebrauchtwagengeschäft, sagte Rademacher. Für das dritte Quartal rechnen drei Viertel der befragten Betriebe mit einem besseren oder saisonüblichen Gebrauchtwagengeschäft.

Positive Entwicklung im Service erwartet

Stabil hat sich im laufenden Jahr auch das Geschäft mit Wartung und Reparatur gezeigt. Die Auslastungsquote der Werkstätten lag bis einschließlich Mai bei durchschnittlich 82 Prozent, dies entspricht dem Niveau des Vergleichszeitraums 2009. Entsprechend zufrieden die meisten Kfz-Betriebe sind laut Geschäftsklimaindex.

Im dritten Quartal soll es im Service noch besser werden: Mehr als 80 Prozent gehen von einem besseren oder saisonüblichen Werkstattgeschäft aus, nur knapp 20 Prozent rechnen mit einem Rückgang. Die anhaltend hohe Bedeutung des Service für die Rendite hatte vor kurzem die BBE-Unternehmensberatung wieder betont.


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