23.03.2011 | Autor: Holger Zietz

Das Kraftfahrzeuggewerbe in Niedersachsen hat ein positives Resümee des abgelaufenen Jahres gezogen. In der Bilanz stünden das Geschäft mit gebrauchten Pkw, der Verkauf neuer und gebrauchter Lkw sowie der Service auf der Haben-Seite, sagte Karl-Heinz Bley, Präsident des Landesverbandes Niedersachsen-Bremen. Der Gesamtumsatz der Branche sei lediglich um 100 Millionen auf 13,5 Milliarden Euro gesunken.
Der Rückgang der Autokäufe auf knapp 979.000 Einheiten, im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 4,2 Prozent, sei geringer ausgefallen als erwartet, so Bley weiter. Für das Minus hat der Neuwagenabsatz gesorgt, der um knapp 23 Prozent zurückging. Positiv hat sich das Gebrauchtwagengeschäft entwickelt. Ihre Verkäufe legten um 50.000 Einheiten oder 7,3 Prozent auf 677.000 Stück zu. Entsprechend gingen die Standzeiten um rund 20 auf 90 Tage zurück.
Auch der Service verzeichnete ein kleines Plus: Der Umsatz stieg um 20 Millionen auf 2,89 Milliarden Euro. Allerdings geraten die Serviceleistungen zunehmend unter Druck: Der Durchschnittspreis für eine Werkstatt-Stunde beträgt 67,67 Euro, im Vergleich zum Vorjahr sind sie nur um 30 Cent gestiegen. Damit sei es den Unternehmen nicht einmal gelungen, die höheren Energiekosten vollständig in die aktuellen Preise zu kalkulieren, sagte Joachim Czychy, Landespressesprecher Niedersachsen-Bremen.
Für das laufende Jahr hat sich der Landesverband viel vorgenommen: Für die Kommunalwahl im September haben die Niedersachsen „Wahlprüfsteine“ aufgestellt. „Es ist für mich unverzichtbar, dass sich eine bedeutende mittelständische Branche wie das Kraftfahrzeuggewerbe aktiv in den politischen Meinungsbildungsprozess einschaltet“, sagte Bley.
Der CDU-Politiker kündigte an, die Prüfsteine laufend zu aktualisieren. Damit werde sich das Kfz-Gewerbe in Niedersachsen auch für die Landtags- und Bundestagswahlen positionieren. Vor allem aber wolle man mit den „Wahlprüfsteinen“ Informationsbrücken bauen und den aktiven Dialog zwischen Mittelstand und Politik stärken. Man habe bewusst auch Europa- und Bundesthemen aufgegriffen, denn eine begleitende Unterstützung in Niedersachsen sei ausdrücklich gewünscht.
Zudem will der Landesverband neben dem traditionellen Licht-Test im Herbst einen „Safety-Check“ einführen. „Die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen ist bekanntlich überproportional an Unfällen beteiligt“, erinnerte Czychy. „Oft wird das eigene Können überschätzt, oft ist aber auch eine mangelhafte Pflege und Wartung des Fahrzeugs die Ursache.“ Zudem will der Landesverband einen Aktionsschwerpunkt bei der frühkindlichen Erziehung setzen.
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