ACEA: Nfz-Rückgang verstärkt sich

Neuzulassungen im Mai gehen um 17,4 Prozent zurück

29.06.12 | Autor: Christoph Baeuchle

Volle Höfe bei den Nutzfahrzeugherstellern.
Volle Höfe bei den Nutzfahrzeugherstellern. (Bild: Archiv)

Der Mai war alles andere als ein Wonnemonat für den Nutzfahrzeugmarkt: Der Abwärtstrend hat sich weiter verschärft. In Europa (EU 27 plus Efta) seien im Vergleich zum Vorjahresmonat die Neuzulassungen um 17,4 Prozent auf knapp 153.000 Nutzfahrzeuge zurückgegangen, teilte der europäische Herstellerverband ACEA mit. Von Januar bis Mai sanken die erstmals registrierten Lkw, Transporter und Busse um 11,3 Prozent auf rund 768.000 Einheiten.

Die meisten großen Märkte waren von dem Minus betroffen: In Deutschland, Frankreich und Spanien gingen die Neuzulassungen um mehr als zehn Prozentpunkte zurück. In Italien halbierte sich der Markt nahezu. Einziger Lichtblick in Westeuropa: In Großbritannien stieg die Zahl der erstmals registrierten Nutzfahrzeuge um zehn Prozent.

Entwicklung Nfz-Märkte in Europa im Mai 2012

Gesamter Nutzfahrzeugmarkt
LandMai 2012Veränderung zum Vorjahr (in %)Jan. bis Mai 2012Veränderung zum Vorjahr (in %)
Deutschland26.648-13,6128.460-4,0
Frankreich36.063-22,1190.426-8,5
Großbritannien25.576+10,0119.556-6,2
Italien11.770-42,460.383-37,9
Spanien8.191-27,441.077-24,8
Westeuropa (EU 15)134.265-18,6679.745-12,7
Osteuropa (EU 10)11.947-8,456.247+1,2
EU 27 (plus Efta)152.960-17,4767.685-11,3

Quelle: ACEA

Auch in Osteuropa waren die meisten Märkte rückläufig. Allerdings gibt es in den osteuropäischen Ländern noch mehr Ausnahmen: Rumänien (10,6 Prozent) und Ungarn (6,1 Prozent) sowie die beiden kleinen Märkte in Estland (23 Prozent) und Litauen (3,9 Prozent) konnten zulegen. Doch unterm Strich bleibt auch hier ein kräftiges Minus von 8,4 Prozent.

Die sinkende Nachfrage traf beinahe alle Segmente. Vor allem kleine Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen waren im Mai wenig gefragt: Die Zahl der Neuzulassungen in Gesamteuropa fiel um 18,5 Prozent auf gut 124.000 Transporter. Dazu haben beide Teile Europas beigetragen, Osteuropa mit einem Rückgang von 8,4 Prozent allerdings wesentlich schwächer.

Im Westen haben nur Großbritannien (6,7 Prozent) und Dänemark (25,3 Prozent) eine positive Entwicklung vermeldet. Kaum besser sieht es in Osteuropa aus: Lediglich Lettland (58,7 Prozent), Estland (24,4 Prozent) und Rumänien (15,4 Prozent) sind im Plus.

Entwicklung Nfz-Märkte in Europa im Mai 2012

Leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen
LandMai 2012Veränderung zum Vorjahr (in %)Jan. bis Mai 2012Veränderung zum Vorjahr (in %)
Deutschland18.346-13,988.149-3,6
Frankreich31.592-22,7167.788-9,0
Großbritannien21.303+6,797.499-11,7
Italien10.400-41,953.048-38,7
Spanien7.116-26,435.163-24,3
Westeuropa (EU 15)110.571-19,6559.250-14,2
Osteuropa (EU 10)7.906-8,538.490+4,3
EU 27 (plus Efta)124.057-18,5624.468-12,7

Quelle: ACEA

Ähnlich zeigt sich das Bild bei schweren Nutzfahrzeugen über 16 Tonnen. Das Plus in Großbritannien kann den westeuropäischen Truck-Markt nicht in die positiven Zahlen bringen. Mit einem Rückgang von 15,2 Prozent bricht die Nachfrage in Westeuropa um mehr als ein Achtel ein. Betroffen sind vor allem südeuropäische Länder: In Zypern (minus 80 Prozent), Griechenland (minus 61,1 Prozent), Italien (minus 41,8 Prozent) und Spanien (minus 36,1 Prozent) ist zum Teil kein Markt mehr vorhanden.

Entwicklung Nfz-Märkte in Europa im Mai 2012

Schwere Nutzfahrzeuge über 16 Tonnen
LandMai 2012Veränderung zum Vorjahr (in %)Jan. bis Mai 2012Veränderung zum Vorjahr (in %)
Deutschland4.944-13,824.560-4,1
Frankreich3.325-14,416.512-4,3
Großbritannien2.304+15,812.104+14,9
Italien821-41,84.485-27,9
Spanien833-36,14.871-23,2
Westeuropa (EU 15)15.341-15,279.700-6,1
Osteuropa (EU 10)3.221-9,314.057-7,4
EU 27 (plus Efta)19.166-14,296.679-6,1

Quelle: ACEA

Da erscheint das minimale Plus von 0,2 Prozent auf knapp 2.950 erstmals in Gesamteuropa zugelassene Stadt- und Reisebusse als Hoffnungsschimmer. Doch zum Plus haben vor allem die in der europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) zusammengefassten Länder Island, Norwegen und die Schweiz beigetragen. Hier legten die Neuzulassungen um mehr als 77 Prozent auf 241 Einheiten zu. Auch Osteuropa verbuchte ein Plus: Mit 304 erstmals registrierten Bussen stieg die Zahl der Neuzulassungen im Mai um 7,8 Prozent.


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