VW-Händler haben nur digital eine Zukunft

Kundenportal für Hersteller und Händler in der Entwicklung

| Autor: Wolfgang Michel

Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing von Volkswagen Deutschland, will das Händlernetz digital transformieren.
Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing von Volkswagen Deutschland, will das Händlernetz digital transformieren. (Bild: VW)

Volkswagen Deutschland will, dass die Handelspartner künftig in Verkauf und Service deutlich digitaler agieren. „Der Onlinevertrieb wird kommen. Das Geschäftsmodell von heute hat keine dauerhafte Zukunft mehr“, sagte Thomas Zahn in der vergangenen Woche im Interview mit »kfz-betrieb«. Der Vertriebs- und Marketingchef von Volkswagen Deutschland sagte aber auch: „Wir stehen im digitalen Zeitalter uneingeschränkt zum Vertragshandel.“

Grundsätzlich muss der Handel die Kunden künftig viel ganzheitlicher im Blick haben. Deshalb entwickelt Volkswagen ein Kundenportal, auf das Hersteller und Handel gemeinsam zugreifen können. Ziel aller digitalen Bemühungen ist es, den Kunden ins Zentrum der Marke, des Handels und des Fahrzeugs zu stellen. In den Autohäusern wird künftig jeder Verkäufer und Serviceberater mit der Tablet-basierten Anwendung ausgestattet, mit der Verkäufer und Serviceberater die Kunden und Interessenten bedienen. Den Vertriebspartnern vorgestellt hatte der Hersteller seine Pläne bereits Ende Januar während einer Händlertagung.

Rund 210 Volkswagen-Partner arbeiten bereits heute mit dieser Technik. In diesem Jahr soll die Zahl um weitere 550 VW-Partner ansteigen, bis 2019 sollen dann alle Mitarbeiter in Verkauf und Service der Handels- und Servicepartner in Deutschland darüber verfügen.

Jeder Vertragshändler, der noch eine lange Zukunft mit der Marke Volkswagen vor sich haben möchte, muss sich auf den gemeinsamen digitalen Weg mit dem Hersteller begeben. Denn von Audi bis Volkswagen zeigt die Vergangenheit im markengebundenen Automobilhandel: Wer den Wandel nicht mitmacht, ist irgendwann raus aus dem Vertriebs- und Servicenetz.

2008 zählte das Volkswagen-Netz in Deutschland noch 1.232 Händlerbetriebe und 1.255 Servicebetriebe inklusive 638 Vermittler. Ende 2016 waren es nur noch 1.069 Händlerbetriebe und 1.004 inklusive 107 Vermittler. Auf die Frage nach der zukünftigen Netzgröße sagt Thomas Zahn gegenüber »kfz-betrieb«: „Seit vielen Jahren optimieren wir das Volkswagen-Netz. Das ist nicht neu. Und seit vielen Jahren verringert sich die Anzahl der Handelsbetriebe und der Vermittler. Letztere wird es in Kürze in Deutschland gar nicht mehr geben. Und natürlich haben wir langfristige Pläne, was das Netz angeht. Gehen Sie davon aus, dass sich die Konsolidierung bis 2020 ganz klar fortsetzen wird.“

Das ausführliche Interview mit VW-Deutschland-Chef Thomas Zahn erscheint im »kfz-betrieb«-Wochenjournal am 17. Februar. Ebenso stellt »kfz-betrieb« in dieser Ausgabe die Digitalstrategie von Volkswagen Deutschland im Detail vor.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44523647 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Metromarkt Stuttgart: Das Premiumländle

Metromarkt Stuttgart: Das Premiumländle

Alles, was in der Automobilbranche Rang und Namen hat, ist hier vertreten: Neben den Automobilherstellern buhlen im Mercedes-Land viele große Händlergruppen um die Gunst der Kunden. Aber auch kleine Betriebe haben eine Chance. lesen

Entgeltfortzahlung: Versichern und sparen

Entgeltfortzahlung: Versichern und sparen

Die Krankschreibungen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2016 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Im Schnitt dauerte die Erkrankung länger als zwölf Tage – eine Zeit, in der Unternehmen Lohn und Gehalt weiterzahlen müssen. lesen