VW Pkw erzielt überraschend hohen Gewinn

Konzernergebnis liegt im ersten Quartal über Plan

| Autor: dpa

(Bild: VW)

Die Kernmarke von Volkswagen hat Europas größtem Autokonzern zu Jahresbeginn ein überraschend hohes operatives Ergebnis beschert. Demnach betrug der vorläufige Gewinn im ersten Quartal rund 4,4 Milliarden Euro – nach 3,4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Autobauer am Dienstag mitteilte. Analysten hatten weniger erwartet. VW begründete den Anstieg vor allem mit einer Renditeverbesserung der schwächelnden Kernmarke VW Pkw, die operativ rund 0,9 Milliarden Euro einfuhr.

Gründe für die Verbesserung der Kernmarke seien erfolgreiche Markteinführungen, vor allem des neuen Tiguan, teilte Volkswagen mit. Auch die übrigen Marken des Konzerns hätten zu der guten Entwicklung beigetragen. Außerdem hätten die westeuropäischen Märkte gut abgeschnitten und die Fixkosten seien gesunken. Vor einem Jahr war das operative Ergebnis der Marke auch angesichts der Diesel-Krise noch auf 73 Millionen Euro eingebrochen. Die Kernmarke ist wegen ihrer Ertragsschwäche ein Sorgenkind des VW-Konzerns, der zuletzt von den Überschüssen der Marken Porsche, Audi und Skoda profitierte.

Im Gesamtjahr rechnet Volkswagen weiter mit einer operativen Rendite zwischen 6,0 und 7,0 Prozent. Konzernchef Matthias Müller erwartet nach früheren Angaben für 2017 konzernweit ein Umsatzplus von bis zu 4 Prozent. Die vollständigen Zahlen werden am 3. Mai veröffentlicht.

Im Gesamtjahr 2016 war der Gewinn von VW Pkw noch deutlich abgerutscht. Die Autos mit dem VW-Logo warfen ein geringeres Ergebnis im laufenden Geschäft ab – selbst unter Ausblendung von Faktoren wie der Abgas-Affäre ging das Betriebsergebnis der Kernmarke 2016 um 11,1 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz fiel um 0,6 Prozent auf 105,7 Milliarden Euro.

Mit einem im November beschlossenen und inzwischen angelaufenen Umbauprogramm will der Konzern seine Hauptmarke rentabler machen. Die jährlichen Kosten sollen bis 2020 um rund 3,7 Milliarden Euro sinken. Geplant ist auch der Abbau von bis zu 30.000 Stellen, indes ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Müller sagte im März bei der Vorlage der Bilanz, der Zukunftspakt sei zusammen mit der Strategie „Together 2025“ das Fundament für eine Neuausrichtung der Kernmarke. Das vorige Jahr sei noch von der Bewältigung des Abgas-Skandals geprägt gewesen. Die im September 2015 eingeräumten Manipulationen bei Emissionstests hatten VW in eine tiefe Krise gestürzt.

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