Weniger Kfz-Pleiten im ersten Halbjahr

Zahlungsunfähgikeit der Händler sinkt deutlich

| Autor: Jakob Schreiner

(Bild: Holz / »kfz-betrieb«)

Das Kfz-Gewerbe stand im ersten Halbjahr 2017 wirtschaftlich weiterhin solide da. Das legen die am Dienstag vom Statistischen Bundesamt zu Unternehmensinsolvenzen veröffentlichen Zahlen nahe. Demnach mussten im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 308 Betriebe aus der Kfz-Branche einen Insolvenzantrag stellen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren das sechs Fälle oder 1,9 Prozent weniger.

Zu dieser Entwicklung beigetragen hatte unter anderem der Rückgang der Händlerinsolvenzen um 15 Prozent von 140 auf 119 eröffnete Verfahren. Die Verfahrensanzahl bei den Werkstätten hingegen ist von 87 Fällen im ersten Halbjahr 2016 auf 95 Fälle im ersten Halbjahr 2017 leicht angestiegen. Insgesamt wurden 226 Insolvenzverfahren eröffnet, 82 mangels Masse abgewiesen.

Doch nicht überall im Handel sah es zwischen Januar und Juni 2017 gut aus: So stiegen die Fälle von Zahlungsunfähigkeit bei Händlern von Fahrzeugen über 3,5 Tonnen von 4 auf 9 an. Ebenfalls nach oben gingen die Insolvenzanträge von Betreibern von Autowaschanlagen (25 Fälle/+25 %) und Teilegroßhändlern (17 Fälle/+54 %). Dagegen sanken die Zahlen bei den Lackierereien (12 Fälle/-20 %) und Motorradbetrieben (9 Fälle/-25 %) auf.

In der Gesamtwirtschaft gab es im ersten Halbjahr 2017 in Deutschland 10.246 Insolvenzverfahren. Nach sechs Monaten 2016 waren es 10.984 gewesen, die Zahl ist im Jahresvergleich damit um 6,7 Prozent gesunken.

Insolvenzen im Juni 2017

Betrachtet man den Juni 2017 gesondert, mussten fünf Betriebe mehr den Gang zum Insolvenzrichter antreten als im Vorjahresmonat. Das entspricht einem Plus von zehn Prozent. (Juni 2016: 51 – Juni 2017: 56). Betrachtet man Handels- und Reparaturbetriebe, zeigt sich ein gegensätzliches Bild: Bei den Händler sank die Zahl der Insolvenzverfahren um knapp 20 Prozent auf 21 (Juni 2016: 26). Damit schreibt der Handel die positive Bilanz aus dem ersten Halbjahr auch im Juni fort. Dagegen mussten 19 Werkstätten (Juni 2016: 12) ihre Zahlungsunfähigkeit erklären, was einem Anstieg um 41 Prozent entspricht.

Außerdem waren im Juni 2017 jeweils drei Lackierereien, Autowaschanlagen und Motorradbetriebe sowie sieben Teile- und Zubehörhändler zahlungsunfähig.

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