16.09.2008 | Redakteur: Andreas Grimm

Die Porsche Automobil Holding hat ihre Beteiligung an Volkswagen weiter ausgebaut. Einer Mitteilung des Sportwagen-Herstellers vom Dienstag zufolge, seien weitere 4,89 Prozent der Volkswagen-Stammaktien in Porsche-Besitz. Die Beteiligung an dem Wolfsburger Automobilhersteller erreicht damit insgesamt 35,14 Prozent der Stimmrechte.
Mit diesem Schritt dominiert Porsche faktisch die Geschicke in Wolfsburg. „Das Ziel bleibe aber weiterhin, „unseren Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent zu erhöhen“, schreibt Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking in der Mitteilung. Anstelle des derzeit angespannten Verhältnisses zur VW-Führung will Porsche auf eine „vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Vorstand hinarbeiten“.
Aufgrund der neuen Beteiligungsverhältnisse müsse Porsche für die VW-Tochter Audi in Kürze ein formales, gesetzlich vorgeschriebenes Pflichtangebot vorlegen, das die Volkswagen-Führung aber ablehnen werde. „Wir sehen Audi als integralen Bestandteil des Volkswagen-Konzerns und haben kein Interesse daran, das Unternehmen aus dem Konzernverbund herauszulösen“, verdeutlichte Wiedeking. Daher werde Porsche nur das vorgeschriebene Mindestangebot abgeben. 0,86 Prozent der Audi-Aktien sind noch in Streubesitz.
Porsche hatte im Juni erklärt, sich weitere fünf Prozent der VW-Stammaktien vertraglich gesichert zu haben. Auf dieser Basis leitete die EU-Kommission die Prüfung der geplanten Mehrheitsübernahme ein. Brüssel hat inzwischen dem Zusammenschluss stattgegeben, weitere kartell- und aufsichtsrechtliche Schritte stehen allerdigns noch aus. Porsche rechnet allerdings damit, dass die noch laufenden Verfahren in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.
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